Kraftakt im Advent: Einige Branchen haben jetzt Hochsaison

Dresden - Während wir gemütlich vorm Adventskranz sitzen, gibt es Leute, die hinter den Kulissen rotieren, um uns die Zeit bis zum Fest noch schöner zu machen. Besinnlichkeit - für einige Dienstleister ein Fremdwort dieser Tage. Wer denkt etwa schon an die Paketzusteller, wenn man von zu Hause aus im Internet alle Geschenke für die Lieben bestellt? Und welchen Aufwand bedeutet die Betriebsweihnachtsfeier eigentlich für Gastronomen, Servicekräfte und Co? Jetzt zum Jahresende gibt es alle Hände voll zu tun.

Paketdienste haben zurzeit Hochsaison

In der Vorweihnachtszeit werden täglich gut 8 Millionen Pakete transportiert.
In der Vorweihnachtszeit werden täglich gut 8 Millionen Pakete transportiert.  © Imago

Hier geht die Post ab! Besonders in der Vorweihnachtszeit sind Zusteller von Paketen und Päckchen gefragt. Schließlich werden immer mehr Weihnachtsgeschenke online gekauft - und die müssen irgendwie zu ihren Bestellern kommen.

Bundesweit transportiert DHL rund 4,6 Millionen Pakete - am Tag! "In der Vorweihnachtszeit sind es sogar doppelt so viele", sagt Mattias Persson, Sprecher der Deutschen Post in Sachsen.

"Die Deutsche Post hat sich wie jedes Jahr auf die Hochsaison vor Weihnachten gut vorbereitet", sagt Persson. "Wir beschäftigen bundesweit in diesem Jahr rund 10 000 zusätzliche Aushilfskräfte in allen Bereichen der Produktion, insbesondere im Paketbereich, aber auch in der Briefzustellung sowie in der Briefsortierung."

Alleine in Sachsen sind 15 00 Mitarbeiter der Deutschen Post beschäftigt.

"In der Woche vor Weihnachten 2017 sind sogar erstmals in der Geschichte unseres Konzerns in 24 Stunden mehr als 10 Millionen Sendungen in unserem Paketnetzwerk eingeliefert worden", sagt Persson. "In diesem Jahr erwarten wir an Spitzentagen 11 Millionen."

Und wie geht man mit wütenden Kunden um? "In solchen Fällen können wir nur um Geduld bitten. Die Pakete kommen an", so Mattias Persson.

Die Deutsche Post benötigt zusätzliche Aushilfskräfte, um das Weihnachtsgeschäft zu stemmen.
Die Deutsche Post benötigt zusätzliche Aushilfskräfte, um das Weihnachtsgeschäft zu stemmen.  © DPA

Der Handel fährt auf volle Touren

Gordon Knabe (43) ist der Centermanager im Elbepark Dresden.
Gordon Knabe (43) ist der Centermanager im Elbepark Dresden.  © Norbert Neumann

Süßer die Kassen nie klingeln! Jetzt macht der Einzelhandel in Sachsen so richtig Reibach! Jeder Sachse legt durchschnittlich 436 Euro für Weihnachtsgeschenk auf den Tisch! Das freut natürlich nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Händler. Der sächsische Einzelhandel erwartet beim diesjährigen Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.

"Die Weihnachtszeit ist sehr aufregend für den Einzelhandel", sagt René Glaser, Geschäftsführer vom Handelsverband Sachsen. "Das bedeutet jedoch positiven Stress." Die Handelsunternehmen, so Glaser, seien auf die heiße Phase des Weihnachtsgeschäftes vorbereitet. "Laut einer Studie stellen zehn Prozent der befragten Handelsunternehmen zusätzliches Personal für das Weihnachtsgeschäft ein, um dem erhöhten Kunden - und Bestellaufkommen gerecht zu werden", weiß Glaser.

Die sächsischen Einkaufszentren platzen aus allen Nähten. "Bis zu 50 000 Besucher kommen durchschnittlich an den Adventssamstagen zu uns", sagt Gordon Knabe (43), Centermanager vom Elbepark Dresden. "Im November und Dezember machen manche Branchen, wie zum Beispiel die Bereiche Parfümerie und Gesundheit, mehr als 30 Prozent des Jahresumsatzes", weiß der Centermanager.

Da müssen dann eben noch mehr Mitarbeiter die Ärmel hochkrempeln. "Einige Geschäfte müssen ihr Personal um 20 bis 40 Prozent aufstocken."

Im Advent wird gekauft, was das Zeug hält!
Im Advent wird gekauft, was das Zeug hält!  © 123RF/imago

Gastronomie reißt sich die Beine aus

In André Donaths (54) Turm-Brauhaus in der Chemnitzer City wird im Dezember der meiste Umsatz gemacht.
In André Donaths (54) Turm-Brauhaus in der Chemnitzer City wird im Dezember der meiste Umsatz gemacht.  © Sven Gleisberg

Weih­nachts­zeit, stres­si­ge Zeit. Sach­sens Ho­tels und Gast­stät­ten wer­den be­son­ders jetzt in der Ad­ventszeit auf die Pro­be ge­stellt. Wenn an­de­re im Gast­raum fei­ern, sind An­dré Do­na­th (54) und sei­ne Kolle­gen vom Turm-Brau­haus in Chem­nitz am Rotie­ren.

"Der De­zem­ber ist mit Ab­stand der um­satz­stärks­te Mo­nat im Jahr", weiß Do­na­th, der Be­trei­ber der Turm-Brau­hau­ses. "In die­sem Mo­nat ma­chen wir mehr als den dop­pelt so viel Um­satz wie im Ja­nu­ar." Gut 70 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt der 54-Jäh­ri­ge im Turm-Brau­haus und im Brau­club.

Zum Jah­res­en­de hei­ßt es auch hier: Gas ge­ben! "Fast täg­lich ha­ben wir Weih­nachts­fei­ern und zahlrei­che Re­ser­vie­run­gen im Re­stau­rant", sagt der Brau­haus­be­trei­ber. "Der De­zem­ber ist für uns Gastro­no­men aber über­le­bens­wich­tig." Po­si­ti­ver Stress also.

"Die Ser­vice-Mit­ar­bei­ter kämp­fen und ma­chen einen rich­tig gu­ten Job", sagt Axel Klein (49), Geschäfts­füh­rer der De­ho­ga Sach­sen. "Ein biss­chen mehr Wert­schät­zung der Gäs­te wäre ab und an sehr schön."

Hin­zu kommt das Ar­beits­zeit­ge­setz - ein Knie­schuss für das Gast­ge­wer­be. Ge­ra­de jetzt im Jah­res­end­ge­schäft. "Das sieht eine Ar­beits­zeit von ma­xi­mal zehn Stun­den pro Tag vor", sagt Klein. Das ist pro­ble­ma­tisch, ge­ra­de bei grö­ße­ren Gas­tro-Events. "Wenn Ar­beit an­fällt, muss sie er­le­digt wer­den." Das Gast­ge­wer­be, so Klein, wol­le hin zur Wo­chen­arbeit. Sprich: Län­ge­re Ar­beits­zei­ten mit an­schlie­ßend dem­entspre­chen­der Ru­he­zeit.

Titelfoto: imago, 123rf

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