Die Wahrheit zur Kriminalität in Sachsen

Dresden - Weniger Wohnungseinbrüche und Autoklau, mehr Drogendelikte: Innenminister Roland Wöller (47, CDU) hat die Kriminalitäts-Statistik 2017 für Sachsen vorgestellt.

Innenminister Roland Wöller (47, CDU, r.) und LKA-Chef Petric Kleine (55) präsentierten die neuesten Zahlen.
Innenminister Roland Wöller (47, CDU, r.) und LKA-Chef Petric Kleine (55) präsentierten die neuesten Zahlen.  © Ove Landgraf

Insgesamt wurden 323.136 Straftaten festgestellt, 0,5 Prozent weniger als 2016. Aufklärungsquote: 59,2 Prozent (+3,4 Prozent). In der Statistik mit drin sind 24.000 Fälle rund um den Infinus-Anlagebetrug.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank um 13,1 Prozent auf 4071. Aufklärungsquote: 20 Prozent. Das dritte Jahr in Folge gab es weniger Autoklau: Die Zahl der Kfz-Diebstähle sank um 383 auf 2503.

Höhere Fallzahlen gab es dagegen in Zittau und Görlitz. Auch die Gewaltkriminalität sank (-8,5 Prozent). Die Grenzkriminalität ist auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Dass die Zahl der Drogendelikte um fast ein Viertel auf 12.207 Straftaten wuchs, geht vor allem auf eine veränderte Erfassung zurück: Erstmals fließen die vom Zoll ermittelten Delikte mit ein.

Bei Sexualstraftaten gab es ein Plus von 371 Fällen. Aber: Neue Straftatbestände flossen erstmals mit ein. LKA-Chef Petric Kleine (55): "Es ist schwer zu sagen, ob es tatsächlich einen Anstieg gab."

Jede zehnte Straftäter ist ein Zuwanderer

Kontrolle der Polizei: Eine kleine Zahl von ausländischen Intensivtätern sind für viele Straftaten verantwortlich.
Kontrolle der Polizei: Eine kleine Zahl von ausländischen Intensivtätern sind für viele Straftaten verantwortlich.  © Bruno Satelmajer

Obwohl es weniger Zuwanderung gab, blieb die Zahl der Tatverdächtigen aus dieser Gruppe nahezu gleich. Insgesamt 10,4 Prozent (9493) aller ermittelten Tatverdächtigen 2017 waren Zuwanderer.

Die Zahl der von ihnen verübten Straftaten erhöhte sich leicht auf 19.769 Fälle (2016: 18.828). Meist ging es um Diebstahl, Körperverletzung, Drogen.

Nahezu verdoppelt haben sich die Straftaten gegen das Leben durch Zuwanderer (Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung). Sieben der 31 Delikte waren vollendet, die Opfer meist Nicht-Deutsche. Bei diesen Straftaten, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Raub und schwerer Körperverletzung sei der Anteil der Zuwanderer an allen Tatverdächtigen mit jeweils über 20 Prozent "besonders hoch", so der Innenminister.

Generell werden vor allem 18- bis unter 25-jährige Männer straffällig. Mehr als 30 Prozent der Zuwanderer aus dieser Altersgruppe gerieten mit dem Gesetz in Konflikt (Deutsche: 6 Prozent). 35 Prozent der Straftaten durch Zuwanderer wurden durch Intensivtäter (MITA) begangen. Insgesamt steckten hinter 7214 Straftaten 677 MITA.

Meist stammen diese aus Libyen, Tunesien, Marokko und Georgien. Wöller: "133 MITA sitzen in Haft, 2017 wurden mindestens 42 abgeschoben."

Politischer Extremismus: 23 Attacken auf Asylheime

Politisch motivierte Kriminalität ist nach wie vor ein Thema.
Politisch motivierte Kriminalität ist nach wie vor ein Thema.  © Bernd Thissen/dpa

Die sinkende Bedeutung des Themas "Asyl" macht sich auch bei der politisch motivierten Kriminalität bemerkbar: Sachsenweit gingen die Straftaten in dieser Kategorie 2017 um knapp zehn Prozent zurück. Erfasst wurden 3259 Fälle. Die große Mehrheit (2024) wurden durch Rechte begangen - hier war der Rückgang aber deutlich (-18 Prozent).

Fast unverändert zu 2016 wurden 667 Straftaten dem linken Spektrum zugeordnet. Die Gewaltdelikte "links" nahmen aber um neun Prozent zu.

Auch die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte ist rückläufig. Während 2016 noch 117 Fälle gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 23.

In Sachsen gab es 2017 weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr.
In Sachsen gab es 2017 weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr.  © dpa/Daniel Maurer
Geschnappter Autodieb in Ostsachsen: Insgesamt wurden weniger Autos geklaut, aber nicht überall.
Geschnappter Autodieb in Ostsachsen: Insgesamt wurden weniger Autos geklaut, aber nicht überall.  © Danilo Dittrich
© Staatsministerium Sachsen
© Staatsministerium Sachsen

Titelfoto: dpa/Daniel Maurer, Ove Landgraf


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