Rechte Schläger machten Jagd auf Ausländer beim Stadtfest

Dresden - Es war die Schande vom Stadtfest im August 2016. Gut 20 rechte Schläger machten Jagd auf Ausländer, verletzten sie zum Teil schwer. Die mutmaßlichen Rädelsführer, Christian L. (30) und René H. (33), sitzen seit Donnerstag auf der Anklagebank im Landgericht.

Das Stadtfest zieht jährlich Tausende Besucher an.
Das Stadtfest zieht jährlich Tausende Besucher an.  © Norbert Neumann

Als "Kleine Bürgerwehr" patrouillierten die Männer mit Gefolgsleuten laut Anklage übers Festgelände. Christian L. soll schon auf der Augustusbrücke einen Flüchtling geschlagen haben.

Am Elbufer dann wurde erst eine Gruppe von dort sitzenden Iranern und Afghanen angegriffen, geprügelt und getreten. Kurz darauf gingen die Schläger auf sechs Iraker los.

Dabei rannte Christian L. von hinten auf einen sitzenden Flüchtling zu, trat ihn gegen den Kopf. Das Opfer verlor das Bewusstsein, erlitt schwerste Kopfverletzungen, musste mehrfach operiert werden.

Der Staatsanwalt ging daher sogar von versuchtem Mord aus.

Die Richter ließen die Anklage bislang "nur" für vorsätzliche Körperverletzung zu, was nicht ausschließt, dass am Ende trotzdem ein Urteil wegen versuchten Mordes möglich wäre.

Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Stattdessen fordert der Anwalt von Kampfsportler Christian L. die Begutachtung des Hauptbelastungszeugen Robert H. (32). Der seinerseits vorbestrafte Schläger aus der rechten Szene könnte durch den Konsum von Drogen eine "krankhafte Störung" und "verändere Wahrnehmung" haben. Er sei "hochmanipulativ".

Nach Meinung des Anwalts habe Robert H. seine Aussage nur gemacht, um selbst Haftverschonung zu bekommen. Vorerst sind neun Prozesstage geplant. Ein Urteil wird nicht vor Ende Dezember erwartet.

René H. (33, l.) und Christian L. (30, r.) müssen sich am Landgericht Dresden verantworten.
René H. (33, l.) und Christian L. (30, r.) müssen sich am Landgericht Dresden verantworten.  © Peter Schulze
Die Opfer der Angriffe treten im Prozess als Nebenkläger auf.
Die Opfer der Angriffe treten im Prozess als Nebenkläger auf.  © Peter Schulze
Robert H. (32) musste seinerzeit in Laubegast 2016 von der Polizei gebändigt werden.
Robert H. (32) musste seinerzeit in Laubegast 2016 von der Polizei gebändigt werden.  © privat

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