Wieso die AfD in die Röhre schaut und wer auch noch rausgeflogen ist

Dresden - Nicht nur die AfD tritt dank eigener Unfähigkeit zur Landtagswahl gerupft an (TAG24 berichtete). Auch die Freien Wähler, der Dritte Weg und sogar die Grünen haben Formalitäten vergeigt.

Da war die Welt noch in Ordnung: Der erste AfD-Nominierungsparteitag Anfang Februar. Parteitag zwei einen Monat später war umsonst.
Da war die Welt noch in Ordnung: Der erste AfD-Nominierungsparteitag Anfang Februar. Parteitag zwei einen Monat später war umsonst.  © dpa/Sebastian Willnow

Alle sieben Kandidaten der Freien Wähler für Dresden fallen weg. Darunter Landeschef Steffen Große (51) und Ex-FDP-Stadtrat Jens Genschmar (50).

"Angeblich waren ein Formblatt und die Abkürzung FW unrichtig", so Große zerknirscht. Er sei wütend. Schließlich hätten die die Unterlagen bereits am 14. Mai vorgelegen. "Ein Hinweis auf Fehler wäre also drin gewesen."

Die Rechtsaußen des Dritten Wegs können nirgends in Sachsen antreten, weil der Status Partei fehlt. Und die von der Partei "Demokratie in Bewegung" eingereichte Landesliste wurde zurückgewiesen, da zu wenig Unterstützungsunterschriften vorlag. Die Grünen haben wegen eines Formfehlers nur noch 42 statt geplanter 43 Kandidaten.

Die Freien Wähler wollen heute beim Kreiswahlleiter Protest einlegen, verbunden mit der Bitte, das an die Landeswahlleitung weiterzuleiten.

Die Chancen für eine Korrektur stehen jedoch schlecht: Laut Sächsischem Wahlprüfungsgesetz kann erst innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses der Wahl an sich schriftlich beim Landtag protestiert werden. Das heißt: Die AfD, der die Kandidatenliste um 43 Plätze gekürzt wurde, kann erst dann mit einer Antwort rechnen, wenn der neue Landtag bereits konstituiert ist.

Insgesamt wurden die Landeslisten von 19 Parteien zugelassen. Darunter auch so exotische wie die "Partei der Vernunft", die "Partei für Gesundheitsforschung" und die Spaßvögel der "Partei". Ganz alte Bekannte sind mit der KPD dabei.

Steffen Große (51)
Steffen Große (51)  © Thomas Türpe
Jens Genschmar (50)
Jens Genschmar (50)  © Steffen Füssel

Titelfoto: dpa/Sebastian Willnow

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