Motten, Larven, Mäuse: Ekel-Alarm in Dresdner Betrieben!

Dresden - Eine Maus, die ohne Scheu in die Kamera schaut. Motten und Larven an Lebensmitteln. Ein mit Algen überwucherter Wasserhahn. Ein Suppentopf, der Hackfleisch in Form presst: Auch letztes Jahr fanden die Dresdner Lebensmitteldetektive reihenweise Ekliges.

Lillian Raffelt, Abteilungsleiterin im Lebensmittelüberwachungsamt, jagt die Ekel-Betriebe.
Lillian Raffelt, Abteilungsleiterin im Lebensmittelüberwachungsamt, jagt die Ekel-Betriebe.  © Thomas Türpe

Die wichtigsten Fakten: Von 6425 in Dresden erfassten Betrieben wurden im letzten Jahr 4017 kontrolliert. 91 Verstöße (etwas weniger als 2017) wurden festgestellt. Immer häufiger wird zudem nach Bürgerbeschwerden kontrolliert.

Zudem wurden 2337 Proben genommen, 20 Prozent (drei Prozent mehr als 2017) wurden beanstandet. Fast jedes zweite getestete Eis wurde bemängelt. Meist handelte es sich jedoch um Kennzeichnungsverstöße.

62-mal wurden Verwarngelder ausgesprochen (jeweils 55 Euro), fünf Strafverfahren eingeleitet. Vier Betriebe wurden wegen erheblicher Mängel geschlossen. "Dabei handelte es sich um zwei Gaststätten, eine Betriebskantine und eine Fleischerei-Filiale", so die Chefin der amtlichen Lebensmittelüberwachung, Lillian Raffelt.

Die heftigsten Verstöße: In einem Supermarkt hatten sich Mäuse ausgebreitet.

Die Fahnder entdeckten aufgeknabberte Chips-Tüten. Anderes Beispiel: In einem komplett verkeimten Topf hatte sich die Teflon-Beschichtung gelöst. "Die kann in die Speisen übergehen", so Frau Raffelt.

Ein Imbiss reinigte in einer angrenzenden Autowerkstatt das Geschirr. Auf der Spüle lagen alte Kippen, Bauhandschuhe und Zigaretten. "Das ist in hohem Maße ekelerregend", so die Chefin der Kontrolleure.

Neue Konkurrenz hat die Lebensmittelüberwachung im Internet bekommen. Zum Beispiel über "Topf Secret" rufen Nutzer vermehrt Hygieneberichte vom Amt ab. "Das Recht besteht. Wir arbeiten 196 Anfragen ab. Das stellt uns vor gewaltige Herausforderungen", so Amtsleiterin Kerstin Normann.

In einer angrenzenden Autowerkstatt wurde gespült - inklusive Kippen, Bauhandschuhen und Müll.
In einer angrenzenden Autowerkstatt wurde gespült - inklusive Kippen, Bauhandschuhen und Müll.  © Stadt Dresden
Wer stört denn da: Eine Maus beäugt die Lebensmittelkontrolleure.
Wer stört denn da: Eine Maus beäugt die Lebensmittelkontrolleure.  © Stadt Dresden
Zwischen Lebensmitteln hatte es sich der Nager gemütlich gemacht.
Zwischen Lebensmitteln hatte es sich der Nager gemütlich gemacht.  © Stadt Dresden
Ein verkeimter Suppentopf presst ungekühltes Hackfleisch.
Ein verkeimter Suppentopf presst ungekühltes Hackfleisch.  © Stadt Dresden
Dieser kreative, aber falsche Hinweis auf Farbstoffe erzürnte die Tester.
Dieser kreative, aber falsche Hinweis auf Farbstoffe erzürnte die Tester.  © Stadt Dresden
Mit Jod werden gespülte Teller auf noch vorhandene Essensreste getestet. Was sich verfärbt, ist noch schmutzig.
Mit Jod werden gespülte Teller auf noch vorhandene Essensreste getestet. Was sich verfärbt, ist noch schmutzig.  © Thomas Türpe

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