Noch acht Tage bis zur Wahl von Sachsens neuem Regierungs-Chef

Ministerpräsident und
CDU-Chef Stanislaw Tillich
(58, l.) hat Michael
Kretschmer (42, CDU)
als seinen Nachfolger
vorgeschlagen. Der
Machtwechsel ist in der heißen Phase.
Ministerpräsident und CDU-Chef Stanislaw Tillich (58, l.) hat Michael Kretschmer (42, CDU) als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Der Machtwechsel ist in der heißen Phase.  © Thomas Türpe

Dresden - Jetzt beginnt die heiße Phase: Morgen in einer Woche wählt der Landtag einen neuen Ministerpräsidenten. Einziger Kandidat: Michael Kretschmer (42, CDU).

Bis dahin hat der Wunsch-Nachfolger von Stanislaw Tillich (58, CDU) noch weitere Hürden zu überstehen - der Fahrplan zur Macht.

Am 18. Oktober hatte Tillich seinen Rücktritt angekündigt. Nun steht das Regierungsviertel vor großen Veränderungen. Am Mittwoch wird der bisherige Generalsekretär Kretschmer mit der SPD-Fraktion sprechen - und wohl auf sie zugehen.

Denn der Koalitionspartner pocht darauf: erst die Inhalte, dann die Wahl Kretschmers zum Ministerpräsidenten. Am 13. Dezember im Landtag braucht Kretschmer nicht nur alle CDU-Stimmen, sondern mindestens fünf Stimmen der SPD.

Nagelprobe am Sonnabend: Beim CDU-Parteitag will Kretschmer zum CDU-Chef gewählt werden.

Dies wird zweifellos passieren.

Die Staatskanzlei in Dresden:
Die Machtzentrale soll kommende
Woche einen neuen Chef bekommen.
Die Staatskanzlei in Dresden: Die Machtzentrale soll kommende Woche einen neuen Chef bekommen.  © dpa/Sebastian Kahnert

Das Ergebnis aber ist ein Fingerzeig, wie sehr er die CDU-Basis überzeugt hat. Denn es gab viel Kritik an seiner Person, aber auch an der vermeintlichen Alternativlosigkeit. Ein Gegenkandidat ist indes nicht in Sicht.

Kretschmer soll die Sachsen-CDU nach der desaströsen Bundestagswahl wieder auf Kurs bringen, die Wähler überzeugen. Zeit hat er kaum: Im Frühjahr 2019 sind Kommunal-, im Sommer Landtagswahlen.

Wird Kretschmer gewählt, will er am 18. Dezember sein Kabinett vorstellen. Auch hier gibt es mächtig Unruhe, denn für einen sichtbaren Neustart braucht es auch neue Köpfe.

Klar ist nur: Finanzminister Georg Unland (64, CDU) wird nicht mehr dabei sein. Seine Sparpolitik hatte zuletzt auch in der CDU kaum noch eine Lobby.

Titelfoto: Thomas Türpe


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