Schloss Albrechtsberg: Stoppen Fledermäuse die Bad-Sanierung?

Dresden - Das einst so prächtige Römische Bad am Schloss Albrechtsberg gammelt seit Jahren. Dabei hatte die Sanierung bereits begonnen, doch 2014 versiegte der Geldhahn.

Das Römische Bad liegt direkt unterm Schloss Albrechtsberg. Die Sanierung des Kulturdenkmals musste unterbrochen werden, inzwischen ist es Fledermausparadies geworden.
Das Römische Bad liegt direkt unterm Schloss Albrechtsberg. Die Sanierung des Kulturdenkmals musste unterbrochen werden, inzwischen ist es Fledermausparadies geworden.

Die Stadt will die Arbeiten zwar weiter führen. Doch neben fehlender Millionen gibt es ein weiteres Problem: Fledermäuse haben das marode Sandstein-Ensemble besetzt! Das Kulturdenkmal gehört jetzt sogar zu den größten Quartieren im ganzen Freistaat ...

Mitarbeiter des Schlosses nennen sie "unsere flatternden Nachbarn". Schon seit Mitte der 90er Jahre wurden Fledermäuse im Römischen Bad beobachtet.

Als die Stadt 2013 mit der Sanierung begann, brachten Mitarbeiter darum auch Fledermausbretter und Quartiersteine im Säulengang an. Damit sollte den nachtaktiven Jägern während der Bauzeit ein Ausweichquartier geboten werden.

Seit 2014 ruhen die Arbeiten jedoch, es fehlen rund 3,1 Millionen Euro. Laut Verwaltung ist noch offen, ob die Gelder wie geplant in den neuen Haushalt einfließen. Zur aktuellen Fledermaus-Lage erstellte das Umweltamt aber ein Gutachten.

Überraschendes Ergebnis: "Im Bereich der Kolonnade befindet sich ein überregional bedeutsames Zwischen-, Paarungs- und Winterquartier der Fledermausart Großer Abendsegler", so ein Stadtsprecher.

Die Stadt ließ für die Fledermäuse im bröckelnden Sandstein-Ensemble bereits sechs solcher Winterquartiers-Steine im Säulengang anbringen.
Die Stadt ließ für die Fledermäuse im bröckelnden Sandstein-Ensemble bereits sechs solcher Winterquartiers-Steine im Säulengang anbringen.

Rund 1000 Jäger überwintern im Römischen Bad.

Und weitere neun Fledermausarten nutzen das Quartier zwischen Frühjahr und Herbst. In diesen Tagen ziehen sie ihren Nachwuchs auf. "Damit gehört das Römische Bad zu den größten Quartieren in ganz Sachsen", sagt Thomas Frank.

Der Fledermaus-Fachmann des Naturschutzbundes (NABU) betreut mit der städtischen Naturschutzbehörde das Quartier.

Für Schlossherrn Ulrich Finger (62), der wie so viele Dresdner das Römische Bad in altem Glanz sehen will, sind "die geschützten Fledermäuse für die Sanierung die größte Gefahr".

Tierschützer Frank widerspricht: "Sanierung und Naturschutz können in Einklang gebracht werden". Laut Umweltamt "muss abgesichert werden, dass keine Tiere getötet, die Quartiere der Fledermäuse erhalten und Störungen minimiert werden."

Darum soll ein Fachgutachter alle Bauarbeiten begleiten, dabei Fledermaus-Schutz und Erhalt des Quartiers absichern. Doch bevor das große Flattern beginnen kann, müssen erst mal die Gelder fließen ...

Schlossherr Ulrich Finger (62) sieht die Sanierung des Römischen Bades wegen der Fledermäuse in Gefahr.
Schlossherr Ulrich Finger (62) sieht die Sanierung des Römischen Bades wegen der Fledermäuse in Gefahr.  © Andreas Weihs
Der streng geschützte "Große Abendsegler": Allein 1000 Fledermäuse dieser Art überwintern im Römischen Bad. Neun weitere Arten nutzen das Quartier.
Der streng geschützte "Große Abendsegler": Allein 1000 Fledermäuse dieser Art überwintern im Römischen Bad. Neun weitere Arten nutzen das Quartier.  © Imago

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