Dynamo-Kicker Berko froh über sein Praktikum als Verteidiger

Dresden - Als Offensivspieler bei einem gegnerischem Angriff vorn ausruhen und auf den nächsten Ball warten. Diesen Luxus können sich im Profifußball heutzutage nur die Wenigsten leisten.

Zwei Angreifer unter sich. Erich Berko (r.) klatscht im Training mit seinem Kumpanen Moussa Koné ab. Gemeinsam wollen sie in der neuen Saison für reichlich Torgefahr sorgen.
Zwei Angreifer unter sich. Erich Berko (r.) klatscht im Training mit seinem Kumpanen Moussa Koné ab. Gemeinsam wollen sie in der neuen Saison für reichlich Torgefahr sorgen.  © Lutz Hentschel

"Die Verteidigung entsteht bereits im Angriff" ist dabei ein gern gewählter Spruch jedes Trainers. Was echte Abwehrarbeit bedeutet, durfte zuletzt Dynamos Erich Berko kennenlernen

Der Angreifer spielte bei den letzten beiden Tests in Riesa (8:0) und Gera (6:1) jeweils eine Halbzeit lang auf der Linksverteidiger-Position. "Wir wollten jeden über 45 Minuten spielen lassen.

So viel Personal haben wir hinten links und rechts nicht", erklärte Uwe Neuhaus die Maßnahme. Für Berko war das eine ganz neue Erfahrung: "Es war das erste Mal, dass ich als Linksverteidiger in einem Spiel aufgelaufen bin."

In Abwesenheit von Philip Heise, der nach einem Eingriff am Meniskus immer noch nicht im Mannschaftstraining zurück ist, durfte Berko dessen Aufgabenbereiche übernehmen.

"Es ist schon etwas anderes, weil man da in der Defensive sehr eingebunden ist und sehr auf die Abstände und die Abseitslinie gucken muss", erklärt der 23-Jährige.

Dabei gibt er aber auch zu, dass die zwei Gegner ihn nicht besonders gefordert haben.

Erfolgreich stiebitzt Erich Berko (l.) hier Geras Angreifer Jegor Jakubov den Ball vom Fuß.
Erfolgreich stiebitzt Erich Berko (l.) hier Geras Angreifer Jegor Jakubov den Ball vom Fuß.  © Picture Point / Roger Petzsche

Trotzdem ein Ausflug, der sich für Berko gelohnt hat: "Nun habe ich ein Gefühl für unsere Außenverteidiger bekommen."

Das erste, was er beim Wiedersehen seinem Kollegen Heise sagte, war: "Jetzt weiß ich, warum Du immer so sauer bist, wenn Du den Ball nicht bekommst. Es ist schon anstrengend, wenn man jedes Mal hinterläuft, den Ball aber selten sieht."

Ein genialer Schachzug von Neuhaus? Das Aushilfs-Praktikum in der Abwehrreihe hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass Berko mehr Verständnis für seine Hinterleute verspürt.

"Diese Erfahrung ist für jeden Offensivspieler etwas wert, damit man auch mal sieht, was für ein Job das eigentlich ist."

Der nächste Test steht am Sonntag (16 Uhr) in Chemnitz gegen den CFC an. Sollte Berko auch gegen die "Himmelblauen" erneut hinten aushelfen müssen, wird er wohl mehr zu tun bekommen.

Vielleicht darf er aber auch wieder seinem eigentlichen Beruf nachgehen - dem Toreschießen.


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