Gefährliche Böller zerfetzen fast alles - mit Video!

Dresden - Bald verabschiedet sich Dresden vom Jahr 2018, wie in ganz Sachsen an vielen Stellen mit Böllern, Raketen und Feuerwerk.

Der polnische Kracher reißt problemlos ein Loch in diese dicke Holzplatte.
Der polnische Kracher reißt problemlos ein Loch in diese dicke Holzplatte.  © Steffen Füssel

Für Rettungskräfte und Polizei bedeutet das Hochsaison. Denn immer wieder kommt es dabei zu Straftaten und Unfällen, oft auch in Verbindung mit Knallern aus dem Ausland. Doch die Ermittler haben dagegen mobil gemacht.

Der "Internationale Pyro Action Day" am 6. Dezember war für einige Fans der Knallerei kein Festtag: Der Zollkriminalamt ging an diesem Datum gegen illegale Pyrotechnik vor, durchsuchte deutschlandweit 53 Wohnungen.

Die Adressen hatten die Ermittler von der Bestellliste des polnischen Händlers "ultrasshop.com". Dieser wurde von polnischen Einsatzkräften durchsucht, ist seitdem offline.

"Der Trend von den Straßenmärkten zu Versänden setzt sich fort", sagt Axel Brehm (45), Entschärfer beim sächsischen Landeskriminalamt. "Dabei geht es weniger um verbotene Pyrotechnik, sondern um welche, für die man eine Genehmigung braucht."

Auch Knaller der Kategorie F2 sollten nicht in der Hand gezündet werden.
Auch Knaller der Kategorie F2 sollten nicht in der Hand gezündet werden.  © Marc Müller/dpa

Das betrifft die Kategorien F3 und F4 - nur ausgebildete Pyrotechniker dürfen damit hantieren. Und das aus gutem Grund: Brehm demonstriert, wie ein solcher Böller in eine mehrere Zentimeter dicke Arbeitsplatte ein Loch reißt.

Allerdings sind auch erlaubte Feuerwerkskörper nicht ungefährlich: Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Erzeugnissen wie beispielsweise "Nebelschlag". Diese verbreiten erst Rauch oder einen Funkenregen - explodieren dann aber plötzlich. "In der Regel ist dann die Hand weg, wenn man den gehalten hat", so der Experte.

In ganz Sachsen sank zwar zwischen 1. Dezember 2017 und 31. Januar 2018 die Zahl der Straftaten im Bereich der Pyrotechnik von 808 auf 787, trotzdem nahmen darunter die gefährlichen und schweren Körperverletzungen von 25 auf 35 Fälle zu.

Enorme Wucht der Böller

Heute startet der legale Knaller-Verkauf

Ab heute gibt's wieder Raketen, Böller und Co. zu kaufen.
Ab heute gibt's wieder Raketen, Böller und Co. zu kaufen.  © Britta Pedersen/dpa

Wer sich ganz ohne Ärger zu bekommen mit Feuerwerk eindecken will, kann das bereits ab heute tun:

Eigentlich dürfen Raketen, Böller und Co. erst ab dem 29. Dezember verkauft werden. Dabei gilt allerdings die Ausnahme, dass es einen Tag eher losgehen darf, wenn der 29. auf einen Freitag, Sonnabend oder Sonntag fällt.

Genau das ist dieses Jahr der Fall. Trotzdem darf nicht eher rumgeböllert werden:

Wie immer beschränkt sich die Knallzeit auf die 48 Stunden zwischen 0 Uhr am 31. Dezember und 24 Uhr am 1. Januar.

Mitt­ler­wei­le gibt es vie­le Knall­kör­per, die am An­fang Rauch­fa­ckeln zum Ver­wech­seln ähn­lich se­hen.
Mitt­ler­wei­le gibt es vie­le Knall­kör­per, die am An­fang Rauch­fa­ckeln zum Ver­wech­seln ähn­lich se­hen.  © Steffen Füssel
In Schutzausrüstung zeigt Entschärfer Axel Brehm (45) die Wucht eines "Scream 3".
In Schutzausrüstung zeigt Entschärfer Axel Brehm (45) die Wucht eines "Scream 3".  © Steffen Füssel