Wann wird Dresdens schlimmste Holperpiste endlich saniert?

Dresden - Die schlimmste Holperpiste der Stadt wird immer gefährlicher: Teile der Stauffenbergallee sind erneut zusammengesackt. Am heutigen Donnerstag startet eine 10.000 Euro teure Not-Baumaßnahme. 2015 gab es bereits ähnliche Probleme. Die Kritik an der Stadt wächst - zumal vor 2024 nicht grundhaft saniert wird.

Dieses Loch tut sich momentan auf der Stauffenbergallee auf.
Dieses Loch tut sich momentan auf der Stauffenbergallee auf.  © Holm Helis

Wie 2015 tut sich auf der wichtigen Einfallstraße der Boden auf. Wie damals hat das Straßen- und Tiefbauamt auch den aktuellen Straßeneinbruch notdürftig mit Warnbaken abgesichert - und wie damals ist eine Sanierung nicht absehbar. Erneut kann nur geflickt werden. Auf sechs Metern wird ab dem heutigen Donnerstag laut Amts-Chef Reinhard Koettnitz (63) gewerkelt. Autofahrer müssen mit Einschränkungen rechnen.

Die Komplettsanierung der Trasse wurde im Rat 2015 zwar beschlossen. Der Bau schließt sich aber an die Sanierung der Königsbrücker Straße an. Die ist in Dresden ein Dauerthema. Seit 24 Jahren wird gestritten und geplant. Zuletzt änderte die linke Ratsmehrheit die Pläne.

Deshalb kann dort frühestens 2021 gebaut werden. Läuft alles optimal, dauern die Arbeiten zweieinhalb Jahre. Realistisch können daher ab 2024 - eher später - auf der Stauffenbergallee die Bagger rollen.

Für FDP-Chef Holger Zastrow (50) untragbar. "Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Der Baubürgermeister der Grünen hat versagt. Kein einziges wesentliches Straßenbauprojekt wurde überhaupt nur gestartet." Stattdessen vermutet Zastrow Kalkül: "Es wird wissentlich zugesehen, wie die Straßen zerbröseln. So sollen die Dresdner in die Bahnen und auf die Räder gezwungen werden."

Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) weist das zurück: "Der Stadtrat stellt uns ein bestimmtes Budget zur Verfügung. In diesem Rahmen können wir arbeiten. Tatsächlich bräuchten wir für die Instandhaltung zwei bis drei Millionen Euro mehr."

Mit Warnbaken hat die Stadt den Straßeneinbruch notdürftig abgesperrt.
Mit Warnbaken hat die Stadt den Straßeneinbruch notdürftig abgesperrt.  © Holm Helis
Etwa 17.000 Autos rumpeln pro Tag über die wichtige Einfallstraße.
Etwa 17.000 Autos rumpeln pro Tag über die wichtige Einfallstraße.  © Holm Helis
Kritisiert die Verwaltung hart: FDP-Chef Holger Zastrow (50).
Kritisiert die Verwaltung hart: FDP-Chef Holger Zastrow (50).  © Ove Landgraf
Hängt mit seinen Planungen hinterher: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne).
Hängt mit seinen Planungen hinterher: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne).  © Ove Landgraf

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