Sturmschäden in der Heide: Tausende Bäume kämpfen ums Überleben!

Dresden - Die Förster sahen die Katastrophe kommen: Ein mörderischer Sommer endet für die Fichten in der Heide. Tausende Bäume kämpfen ums Überleben oder sind bereits abgestorben.

Nahe der Heidemühle steht eine Gruppe alter Fichten, die am Absterben sind. Einige der Bäume stehen schon ganz kahl im Wald.
Nahe der Heidemühle steht eine Gruppe alter Fichten, die am Absterben sind. Einige der Bäume stehen schon ganz kahl im Wald.  © Holm Helis

Das Sturmtief Herwart am 29. Oktober 2017 und das Orkantief Friederike am 18. Januar 2018 leiteten das Drama ein.

Das windige Paar zerstörte auch in der Heide große Flächen, entwurzelte und zerschmetterte Baumriesen. Etwa 25.000 Kubikmeter sogenanntes "Sturmholz" fielen danach in Dresdens grüner Lunge an.

Der Sachsenforst und andere Waldbesitzer rücken seither mit Mann und Maus aus, um das Schadholz reinzuholen.

Einem Wettlauf gegen die Zeit, weil Holzschädlinge sich auf dem Totholz ideal vermehren. Dabei stellt das Beräumen der geschädigten Waldflächen die Förster vor enorme Probleme - so gefährlich und aufwendig ist das Bergen der Stämme.

Zur Herausforderung mutierte zudem zu Jahresbeginn die Aufgabe, Abnehmer für diese Holzmassen zu finden.

Sägewerke, Industrie, Lager - alle waren überlastet, weil überall in Deutschland quasi über Nacht Unmengen an Sturmholz angefallen waren.

Markus Biernath im Prießnitzgrund. Die Fichte im Hintergrund ist ein Naturdenkmal mit 102 cm Stammdurchmesser.
Markus Biernath im Prießnitzgrund. Die Fichte im Hintergrund ist ein Naturdenkmal mit 102 cm Stammdurchmesser.  © Holm Helis

Frühjahr und Sommer brachten dann Trockenheit und Hitze - der pure Stress für Bäume.

Besonders für Fichten. Sie sind eigentlich im Norden und in den Höhenlagen der Gebirge heimisch. "Für den Buchdrucker, den bedeutendsten Holzschädling, welcher vor allem die Fichte befällt, herrschten in diesem Jahr die idealen Bedingungen.

So haben sich bis zu drei Generationen ausgebildet, was einer Vertausendfachung der Population entspricht", berichtet Dresdens Forstbezirksleiter, Dr. Markus Biernath (52).

Alte, abgestorbene und nadelnde Fichten sieht man darum jetzt überall in der Heide. "Die Schäden sind beträchtlich. Man kann sie abschließend frühestens Mitte 2019 bewerten", sagt der Sachsenforst-Mann. Laut Biernath ist das der Anfang vom Ende der Baumart in der Heide. Wanderer, sagt leise Servus!

Biernath: "Zwei bis drei Generationen noch, dann gibt es in der Heide wohl keine Fichten mehr."

Weil der Holzmarkt gesättigt ist, lagert Sachsenforst gegenwärtig in einem Nasslager in der Forstbaumschule bestes Fichtenholz zwischen.
Weil der Holzmarkt gesättigt ist, lagert Sachsenforst gegenwärtig in einem Nasslager in der Forstbaumschule bestes Fichtenholz zwischen.  © Holm Helis
Der Buchdrucker gilt als bedeutender Forstschädling. Er hat sich in der Heide massenhaft vermehrt.
Der Buchdrucker gilt als bedeutender Forstschädling. Er hat sich in der Heide massenhaft vermehrt.  © Imago

Titelfoto: Holm Helis


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