Darum fürchten sich die Händler dieses Jahr vor dem Advent

Auf Hochtouren am Ofen: Über 100 000 Stollen backt Rene Krause (41) pro Jahr.
Auf Hochtouren am Ofen: Über 100 000 Stollen backt Rene Krause (41) pro Jahr.  © Steffen Füssel

Dresden - Es ist definitiv eine besondere Herausforderung: Der vierte Advent fällt dieses Jahr auf Heiligabend!

Begann der Striezelmarkt im Vorjahr noch am 24. November, wird diesmal erst fünf Tage später geöffnet, am Mittwoch nach Totensonntag. So spät wie lange nicht: Den den letzten Heiligabend auf einem vierten Adventssonntag hatten wir 2006 (durch ein Schaltjahr wurde 2012 übersprungen). Beim Handelsverband Sachsen sieht man es gelassen: „Jeder Tag fehlt, aber das Geschäft wird sich mehr konzentrieren. Die Händler klagen nicht“, so Hauptgeschäftsführer Eberhard Lucas (60). Und das sagen die Händler selbst zum Turbo-Advent:

Mehr Arbeit

Bäcker Rene Krause (41) backt über das Jahr 110.000 Stollen. Gerade haben Mohn- und Mandelstollen Hochsaison auf dem Backblech. Außer auf dem Striezelmarkt ist das Unternehmen auf sechs weiteren Märkten mit einem Stand präsent. „Für die Händler ist es natürlich eine Einbuße, dass die Striezelmarktzeit kürzer ist.“ Er hofft, dass sich Besucherströme dafür konzentrieren werden. Sein „Rezept“: „Wir müssen das Personal noch einmal schulen. Der Job wird dadurch stressiger.“

Letzte Handgriffe an der Bude: Heiko Meyer (54) an seiner "Stiefelschänke".
Letzte Handgriffe an der Bude: Heiko Meyer (54) an seiner "Stiefelschänke".  © Steffen Füssel

Geschmackvolle Zuversicht

Altmarkt-Keller-Chef Heiko Meyer (54) freut sich, mit seiner „Stiefelschänke“ und seinen Halbe-Meter-Bratwürsten wieder auf dem Striezelmarkt dabei zu sein. Die Wurstproduktion läuft in ein paar Tagen nach Rezept des Hauses an. Er hofft, wieder „mehrere Kilometer“ Wurst zu verkaufen, trotz weniger Striezel-Tage. „Wir nehmen es hin, dass der Markt ein paar Tage kürzer ist.“

Neue Ideen

Ingo Westenberg (60) aus Quendorf (Niedersachsen) hat seinen Kühlwagen schon auf dem Altmarkt positioniert. Mit seinen Süßwaren ist er seit den frühen 90ern dabei. „Weniger Tage bedeutet Einbußen, aber man muss sich eben immer etwas Neues ausdenken.“ So setzt Westenberg in diesem Jahr auf seine fliegende Zuckerwatte.

Dresden-Information-Mitarbeiterin Julia Peetz (27) verpackt die limitierten Glühweinbecher
Dresden-Information-Mitarbeiterin Julia Peetz (27) verpackt die limitierten Glühweinbecher  © Andreas Weihs

Weihnachtliche Gelassenheit

Hinter den Kulissen der Dresden Information läuft die Vorbereitung auf Hochtouren. Gerade werden von Julia Peetz (27, Foto) die limitierten 583 Glühweinbecher verpackt, Striezeltaler eingetütet und ein digitaler Striezelmarktplan vorbereitet. Projektleiter Oliver Schmidt (35) sieht die verkürzte Zeit ohne Sorge: „Die Leute kommen trotzdem.“

Weniger Stress

Jürgen Huss (58) aus Sehmatal (Erzgebirge) ist berühmt für seine Räucherkerzen. Die wird er auch wieder auf dem Striezelmarkt an den Mann bringen. "Derzeit sind wir dabei, die Waren zusammenzustellen, zu packen und für den Transport vorzubereiten." Am Wochenende werden seine rund 500 Kilo Waren nach Dresden transportiert. Der Turbo-Advent mache ihm nichts aus: "Weniger Tage heißt weniger Stress."

Räucherkerzen mit Tradition: Jürgen Huss (58) aus Sehmatal im Erzgebirge.
Räucherkerzen mit Tradition: Jürgen Huss (58) aus Sehmatal im Erzgebirge.  © Uwe Meinhold
Der Striezelmarkt öffnet am 29. November - fünf Tage später als im Vorjahr.
Der Striezelmarkt öffnet am 29. November - fünf Tage später als im Vorjahr.
Hütten, Fichte und Schwibbogen stehen schon am Altmarkt.
Hütten, Fichte und Schwibbogen stehen schon am Altmarkt.  © Eric Münch
Fast schon ein "Dresdner" Original: Ingo Westenberg (60) aus Niedersachsen verkauft seine Süßwaren seit 27 Jahren auf dem Striezelmarkt.
Fast schon ein "Dresdner" Original: Ingo Westenberg (60) aus Niedersachsen verkauft seine Süßwaren seit 27 Jahren auf dem Striezelmarkt.  © Erik Münch

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