Neue Verordnung: So will Sachsen dem Wolf doch noch an den Pelz

Dresden - Sachsen will schärfer gegen Problemwölfe vorgehen. Künftig sollen sie bereits abgeschossen werden können, wenn sie zweimal in einem Gebiet mit größeren Schaf- und Ziegenherden Schutzzäune überwinden und Tiere töten.

In diesem Jahr gab es 82 Wolfsangriffe auf Nutztiere. Dabei wurden 344 Tiere verletzt oder getötet.
In diesem Jahr gab es 82 Wolfsangriffe auf Nutztiere. Dabei wurden 344 Tiere verletzt oder getötet.  © Andre Schulze

Das sieht der Entwurf für die Wolfsverordnung vor. Sie soll nach einer Anhörung im März 2019 in Kraft treten. Bisher musste dieselbe Herde zweimal betroffen sein. Nun reicht es, wenn dasselbe Gebiet "Tatort" ist.

Laut Umweltminister Thomas Schmidt (57, CDU) muss dabei nicht der Wolf getötet werden, der für den Überfall verantwortlich ist. Es könne auch ein anderes Tier aus dem Rudel sein.

Ebenso soll ein Wolf getötet werden dürfen, wenn er sich einem Menschen weniger als 30 Meter nähert und sich nicht verscheuchen lässt.

"Die Verordnung soll helfen, Konflikte zu vermeiden und Rechtssicherheit zu schaffen", so der Minister. Über einen Abschuss entscheidet weiter das zuständige Landratsamt. Eigenmächtig darf also niemand einen Wolf abschießen.

In Sachsen gibt es 20 Wolfsrudel und damit die meisten in Deutschland.
In Sachsen gibt es 20 Wolfsrudel und damit die meisten in Deutschland.  © dpa/Monika Skolimowska

Um die Wölfe im Blick zu behalten, wird zudem mindestens ein Wolf pro Rudel mit einem Sender ausgestattet. Die Daten sollen auch als Argumentationshilfe dienen, um den Schutzstatus des Wolfes abzusenken.

Zudem wird das Wolfs-Kontaktbüro an das Landesumweltamt angegliedert und an einen zentraleren Standort ziehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warf der Staatsregierung vor, den Wolf ausrotten zu wollen. Das Papier lasse zu viel Interpretationsspielraum.

Der sächsische BUND-Chef Felix Ekardt (46): "Dem Wolf ist Respekt entgegenzubringen. Ebenso muss der Respekt des Wolfes vor dem Menschen aufrechterhalten werden. Das erreichen wir nicht, indem wir aus diffusen Gründen ganze Rudel ausrotten."

Umweltminister Thomas Schmidt (57, CDU) plant neue Abschussregeln für den Wolf.
Umweltminister Thomas Schmidt (57, CDU) plant neue Abschussregeln für den Wolf.  © dpa/Sebastian Kahnert

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