Zoff um Dresdner Stadtbahn-Trasse: Es drohen Millionenverluste!

Dresden - Zeit ist Geld, sagt ein beliebtes Sprichwort. Bei der Stadtbahn 2020 ist das wörtlich zu nehmen. Weil der Stadtrat noch immer darüber diskutiert, welche Variante am Zelleschen Weg gebaut werden soll, stehen die Planungen in diesem Bereich still. Und das kostet.

Wo jetzt noch Bäume stehen, soll einmal die Stadtbahn von Löbtau bis Strehlen rollen.
Wo jetzt noch Bäume stehen, soll einmal die Stadtbahn von Löbtau bis Strehlen rollen.  © Thomas Türpe

Bei so einem großen Projekt wie der Stadtbahn koste jedes Jahr Verzögerung einen siebenstelligen Betrag, heißt es von der DVB. Sollten die Planungen nun noch einmal geändert werden, werde das Projekt um Jahre zurückgeworfen. Schon jetzt marschiere man mit der Stadtbahn in die 2030er Jahre, sagt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51).

Vom Stadtrat wünscht sich die DVB deshalb schnellere Entscheidungen. Dort wird auch morgen wieder diskutiert, wie viele Autospuren erhalten bleiben und wie breit die Radwege werden sollen. "Während des Diskussionsprozesses kann der Planer nicht arbeiten", erklärt Hemmersbach.

Und Martin Gawalek, Centerleiter Verkehrsmanagement und Marketing, ergänzt: "Wir haben einen Vorplanungsstand und könnten in die nächste Planungsphase gehen. Das würde sich bei einer Neuplanung verschieben."

Tonnenweise CO2 könnte eingespart werden

Ob der Zellesche Weg einmal so aussehen wird, ist weiter offen.
Ob der Zellesche Weg einmal so aussehen wird, ist weiter offen.  © DVB AG/virtual architects

Die Verzögerungen ist aber nicht nur ein finanzielles Problem. Mit der Stadtbahn könnten im Vergleich zu den derzeit auf der Strecke fahrenden Bussen pro Jahr 1000 bis 2000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Ohne den Zelleschen Weg könne das Gesamtprojekt nicht seine Wirkung entfalten, sagt Hemmersbach. "Wir wollen den Emissionen entgegenwirken, damit Dresden so schön bleibt wie es ist."

Weil der Bund seine Förderung für den Ausbau des Nahverkehrs in den nächsten Jahren massiv erhöht, könnten außerdem weitere Strecken gebaut werden.

Weil sich Dresden hier im Wettbewerb mit anderen Städten befindet, darf ebenfalls keine Zeit verloren werden. "Der Bund wartet nicht auf einen Stadtrat", sagt der DVB-Vorstand.

Tickets teurer? DVB empfiehlt Preiserhöhung

DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51) warnt vor steigenden Baukosten.
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51) warnt vor steigenden Baukosten.  © Thomas Türpe

Donnerstag entscheidet der Stadtrat, ob Dresden bei der Versammlung des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) am Freitag für oder gegen die geplante Erhöhung der Ticketpreise stimmt.

Die DVB raten dem Gremium, zuzustimmen. "Wir brauchen die finanziellen Mittel, um den Nahverkehr in Qualität und Güte weiter betreiben zu können", sagt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51).

Gute Leistung koste entsprechend gutes Geld. In diesem Jahr habe es zudem keine Erhöhung gegeben. Der Preis einer Einzelfahrt würde bei einer Zustimmung um zehn Cent steigen, die übrigen Preise um bis zu vier Prozent.

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