Ehrlicher Dresdner rettet verwirrte Dame und ihr Vermögen

Dresden - Mit jeder Menge Bargeld irrte eine Seniorin (81) in Kleinzschachwitz umher. Sie hätte leicht an die Falschen geraten können. Stattdessen strandete sie im Vorgarten Sascha Hüblers (44). Der Dresdner half der Seniorin, fühlt sich dabei aber im Stich gelassen - auch von der Polizei.

Mit einer wärmenden Decke kümmerten sie sich um die verwirrte Seniorin: Sascha Hübler (44) mit Sohn Till (10).
Mit einer wärmenden Decke kümmerten sie sich um die verwirrte Seniorin: Sascha Hübler (44) mit Sohn Till (10).  © Holm Helis

Im strömenden Regen tauchte Renate L.* nachmittags plötzlich in Hüblers Garten auf. "Sie lief ziellos umher, war total verwirrt, wusste weder ihren Namen noch Wohnort", berichtet der Baumaschinist. Seine Familie kümmerte sich um die durchnässte Seniorin, reichte ihr wärmende Decke und Kaffee.

"Sie trug goldene Ringe und Armbänder, hatte 1000 Euro im Portemonnaie. Offenbar wollte sie jemanden besuchen. Dazu war sie aber wegen offenkundiger Demenz nicht in der Lage", schildert Hübler. Er rief die Polizei.

Die rückte an, prüfte die Identität der Seniorin. Die Beamten erreichten telefonisch ihren Betreuer. "Der war in Görlitz, konnte nicht helfen. Sie wohnt ganz allein", so Hübler.

"Die Polizisten wollten die Seniorin nicht heim fahren. Sie sagten, sie seien kein Taxiunternehmen. Aber sie können die arme Frau doch nicht einfach bei mir lassen. Ich habe sie dann selbst nach Hause nach Gruna gefahren."

Renate L. erinnerte sich im Nachhinein an kaum etwas

Nicht der erste Vorfall dieser Art: Die 81-jährige Seniorin aus Dresden braucht offenkundig mehr Hilfe, als ihr bislang zuteil wird.
Nicht der erste Vorfall dieser Art: Die 81-jährige Seniorin aus Dresden braucht offenkundig mehr Hilfe, als ihr bislang zuteil wird.  © privat

Polizeisprecher Stefan Grohme (38): "Die Frau wollte sich weder auf eine Verbringung durch die Polizei noch durch ein Taxi einlassen", so der Hauptkommissar. Sie sei nur bereit gewesen, sich von Hübler helfen zu lassen.

Dieser sei einverstanden gewesen, sie zu fahren. "Ohne die Frau in guten Händen zu wissen, wären die Beamten nicht weggefahren, sondern hätten eine Alternative gefunden", versichert Grohme.

Schon mehrfach wurde Renate L. so auffällig. Nur ihr Betreuer kann die Situation ändern. "Ich weiß nicht, wer das ist", sagt die Seniorin während eines TAG24-Besuches. An ihren Ausflug in den Vorgarten konnte sie sich kaum mehr erinnern.

Einen medizinischen Notdienst für solche Fälle gibt es laut Rathaus nicht. *(Name von der Redaktion geändert)

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