Baute er illegal an? Sauna-Chef im Schwitzkasten der Stadt





Die Saunen in der alten Badescheune sind beliebt.
Die Saunen in der alten Badescheune sind beliebt.  © Norbert Neumann

Dresden - In Altgorbitz will Architekt Klaus Schumann (64) seine „Badescheune“ erweitern. Doch der Betreiber der romantischen Saunawelt droht, damit baden zu gehen. Denn das Rathaus will nicht mitspielen...

Das „Herrenhaus“ und seine angrenzende „Badescheune“ in Altgorbitz haben sich zur Institution entwickelt. In historischen Gemäuern und von raffinierten Wasserkreisläufen umgeben entspannen Gäste von überall her. 

Zur Abkühlung geht’s in einen Naturteich. Weil aber die Saunagäste einen wichtigen Weg von A nach B noch über eine hölzerne Nottreppe nehmen müssen, plant Schumann ein Empfangsgebäude.

Planen ist wörtlich zu nehmen: Schumann hat hier jeden Stein in der Hand gehabt. Die Scheune und ein Nachbargebäude „importierte“ er aus dem Erzgebirge, der Entwurf des Ensembles, wie es jetzt ist, stammt von ihm. 





Architekt Klaus Schumann (64). Im Hintergrund der geplante Anbau.
Architekt Klaus Schumann (64). Im Hintergrund der geplante Anbau.  © Norbert Neumann

Auch der fürs neue Empfangshaus. Dafür bekam er 2010 eine Baugenehmigung.

Da die Banken nicht mitspielten, speckte er es ab und begann, eine kleine Version zu bauen. Das wurde ihm jedoch plötzlich untersagt. „Seither kriege ich immer absurdere Auflagen“, so der Architekt.

Denn der Stadt zufolge hat er eine Genehmigung, aber keine Baufreigabe. Folglich habe er illegal angefangen - um sich „einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen“, wie er ein Amtsschreiben zitiert.

Inzwischen ist der Zank einmal beim Verwaltungsgericht Dresden und einmal beim Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) anhängig. Mit Verweis auf das OVG-Verfahren will sich das Rathaus nicht äußern.