Schlagabtausch im Stadtrat: Scheitert Fernsehturm-Eröffnung am fehlenden Verkehrskonzept?

Dresden - Die Finanzierung für den Fernsehturm ist sicher. Im Stadtrat wackelte der Turm am Freitag dennoch bedenklich, als über das neue Verkehrskonzept für die Wiedereröffnung diskutiert wurde.

Dresdner Fernsehturm - wackelt das Eröffnungsprojekt schon wieder?
Dresdner Fernsehturm - wackelt das Eröffnungsprojekt schon wieder?  © Holm Helis

Das Ergebnis: Auf Antrag der FDP muss OB Dirk Hilbert (47, FDP) nun ein Konzept erstellen, das beim Weg zum Turm neben Autos und ÖPNV auf "innovative Mobilitätslösungen wie autonomes Fahren, Elektromobilität und Shuttleservices" setzt.

Die Grünen wollten dagegen mit einem Ergänzungsantrag erreichen, dass vorrangig die Belange von Natur und Umweltschutz berücksichtigt werden sollten. Bevor das nicht sichergestellt werde, dürfte nicht saniert werden.

Thomas Blümel (54, Bürgerfraktion): "Ein Einfallstor, um das Projekt doch noch zu zerreden." Holger Zastrow (50, FDP): "Die Hürden würden höher. Es ist ein Misstrauensantrag gegen den Turm, eine Fallenstellerei." Mit knapper Mehrheit wurde der Plan der Grünen abgelehnt.

Dagegen beschlossen: In Striesen sollen mehr Busse fahren. Auch an der Straba-Trasse zwischen Strehlen und dem Schillerplatz wird weiter geplant.

Damit ging die sechste Sitzungsperiode des Rates zu Ende. Die Hälfte der Abgeordneten sitzt im September nicht mehr im neuen Gremium. Darunter sind mit Helfried Reuther (68, CDU) und Angela Malberg (67, CDU) zwei Räte der ersten Stunde.

"Ich kam von der Straße in den Rat. Es gab enorme Probleme. Das Abwasser lief ungeklärt in die Elbe, die Straßenreinigung kam, wann sie wollte", so der 68-Jährige. Vieles sei besser geworden, nicht jedoch die Zusammenarbeit im Rat:

"Damals herrschte Konsens: Alle gegen die PDS. Der Ton ist rauer geworden. Beschimpfungen und Pöbeleien gibt es in fast jeder Sitzung."

Bewegende Rede zum Abschied: Stadtrat-Urgestein Helfried Reuther (68, CDU, am Pult) zog Freitag noch einmal Bilanz.
Bewegende Rede zum Abschied: Stadtrat-Urgestein Helfried Reuther (68, CDU, am Pult) zog Freitag noch einmal Bilanz.  © Matthias Rietschel

Titelfoto: Holm Helis, Matthias Rietschel

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