Schlimme Vorwürfe gegen Vater: Tochter und Stieftochter sexuell missbraucht?

Dresden - Der Angeklagte versteckte sich zum Prozessauftakt im Landgericht Dresden hinter einer Akte. Seine Opfer konnten sich nicht vor dem massigen Kraftfahrer verstecken.

Kraftfahrer Thomas G. (55) muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs am Landgericht verantworten.
Kraftfahrer Thomas G. (55) muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs am Landgericht verantworten.  © Peter Schulze

Thomas G. (55) soll seine Tochter und seine Stieftochter jahrelang missbraucht haben. Außerdem fand die Kripo bei ihm Tausende Kinderporno-Dateien.

"Ich kann es nicht verstehen", immer wieder brach Sabine F. (46), seine ehemalige Lebensgefährtin, in Tränen aus. "Wir haben ihm doch vertraut." Nach der Trennung besuchten die Kinder Thomas G. alle 14 Tage. "Er war immer da. Man konnte sich auf ihn verlassen", so Sabine.

Doch laut Anklage übernachtete die leibliche Tochter (17) im Februar beim Vater. Sie wurde wach, weil der Vater sie vergewaltigte. "Als ich das hörte, fiel mir wieder ein, was die Große (die Stieftochter, heute 26, Anm. d. Red.) mal zu mir sagte. 'Mama, der Thomas hat mich angefasst.' Ich habe damals meinem Kind nicht geglaubt. Das verzeihe ich mir nie."

Laut Anklage verging sich der Kraftfahrer an der Stieftochter 79-mal. Das Kind war beim ersten Mal, im Jahr 2001, acht Jahre alt! Er schlief mit ihr in seiner Wohnung oder im Führerhaus seines Lkw. Außerdem machte er Fotos von den Taten.

Thomas G. kündigte Teilgeständnis an

Mutter Sabine erkannte im Gericht auf allen Bilder ihre Tochter wieder. "Ich habe ihn sofort angerufen, als ich davon erfuhr", so die Postangestellte. "Er sagte 'Ich habe Scheiße gebaut.' und 'Sag ihr einen schönen Gruß. Es tut mir leid.'"

Bei der Hausdurchsuchung wurden bei dem Kraftfahrer 20.472 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt sichergestellt. Exemplarisch listete die Anklage 20 schwer zu ertragende Inhalte auf.

Keines der dort genannten, gequälten Kinder war über neun Jahre alt. Thomas G. kündigte über seinen Verteidiger zumindest ein Teilgeständnis an. Urteil folgt.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0