Schwimmt bald ein Bus durch die Elbe?

Dresden - Jetzt wird's kurios: Seit Monaten wird über die Wiederbelebung der Pieschener Fähre diskutiert. Auch über einen Brückenbau und gar eine Seilbahn, die Pieschen mit dem Ostragehege verbinden soll, wird debattiert. Jetzt bringt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) aber noch eine ganz andere Möglichkeit ins Spiel.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).  © Steffen Füssel

"Wir prüfen derzeit auch die Variante Amphibienbusse", sagt er auf Nachfrage. Heißt: Ein Bus, der nicht nur auf der Straße fahren, sondern auch auf dem Wasser schwimmen kann.

"So etwas gibt es schon in anderen Städten, wie Salzburg und Hamburg, es wäre vielleicht auch in Dresden denkbar", findet er. Das sagte Schmidt-Lamontain bereits im Interview mit dem Onlineportal "Pieschen Aktuell".

Den schwimmenden Bus hatte Schmidt-Lamontain erst kürzlich selbst beim Urlaub in Salzburg gesehen. "Ich habe das erst gar nicht wahrgenommen, mein Sohn hat dann nur gesagt: Schau mal Papa, da schwimmt ein Bus."

Auch in Hamburg ist ein schwimmender Bus unterwegs und "fährt" mitten durch den Hafen - mit dreiköpfiger Besatzung.

Trotz aller Euphorie dämpft Schmidt-Lamontain die Erwartungen

In Hamburg ist ein Amphibienbus schon unterwegs.
In Hamburg ist ein Amphibienbus schon unterwegs.  © Sven Mainzer/MAN Group

Zuvor hätten bereits Verkehrsplaner der Stadt den Vorschlag unterbreitet. "Da habe ich auch erstmal gelacht, aber als ich das in Österreich gesehen habe, fand ich die Idee gar nicht mehr so abwegig." Seit gut vier Jahren gibt es das Angebot in Salzburg, hier geht es aber weniger um den Ersatz einer Fähre, sondern vielmehr um ein touristisches Angebot.

"Man muss das natürlich erstmal durchrechnen und genau prüfen", sagt Schmidt-Lamontain. "Bringt es Vorteile, Ein- und Ausfahrten für den Bus an die Elbe zu bauen, statt Fähranlage, wie teuer wäre die Anschaffung eines solchen Busses und wie sieht es mit Umweltaspekten aus. Das sind alles Fragen, die wir klären wollen." Beim Beispiel Salzburg liegt der Wert eines Amphibienbusses bei rund 650.000 Euro.

"Die Idee ist hier, den Bus vielleicht in das Liniennetz der DVB zu integrieren. Also kein Touristen-Angebot daraus zu machen, sondern eine feste Verkehrslinie."

Bei aller Euphorie: "Im Auftrag des Stadtrates untersuchen wir allen voran die Fähre weiter", so Schmidt-Lamontain. Pieschens Bürger können also gespannt sein, wie es weitergeht.


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