Hier baut Dresden ein neues Großzelt für Flüchtlinge

Von Matthias Kernstock und Juliane Morgenroth

Arbeiter und Planer am Montag bei den Vorbereitungen an der Schnorrstraße.
Arbeiter und Planer am Montag bei den Vorbereitungen an der Schnorrstraße.

Dresden - In Dresden entsteht seit Montag eine neue Notunterkunft für Flüchtlinge - ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs (Schnorrstraße). Das bestätigte ein Sprecher der Landesdirektion gegenüber MOPO24.

Vier Laster sind am Montagmorgen in der Schnorrstraße in Dresden vorgefahren und haben tonnenweise Kies abgeladen. Auf der großen Wiese neben dem Finanzamt Süd entsteht eine neue Notunterkunft für Asylbewerber. Dazu wird innerhalb von 24 Stunden ein großes Zelt errichtet. Das THW arbeitet auf Hochtouren.

"Wie viele Flüchtlinge dort unterkommen werden, ist noch unklar", erklärt Landesdirektionssprecher Holm Felber gegenüber MOPO24. Damit reagiere man auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom. "Somit könnten auch die Flüchtlinge aus Ungarn untergebracht werden, die derzeit in ganz Deutschland aufgeteilt werden", so Felber weiter.

"Wir müssen gewährleisten, dass die Flüchtlinge bei uns auch ein Dach über dem Kopf haben."

Angrenzende Unternehmen signalisierten bereits ihre Hilfsbereitschaft. "Zusammen mit dem verantwortlichen Koordinator der geplanten Notunterkunft suchen wir derzeit nach Möglichkeiten, den Flüchtlingen hier zu helfen", so IPRO-Geschäftsführer Lutz Junge gegenüber MOPO24.

Update 13:00 Uhr:

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) hat soeben auf der Pressekonferenz in der Offizierschule des Heeres in Dresden zum Thema Asyl und der Lage in der Offizierschule den Aufbau eines Flüchtlingszeltes an der Strehlener Straße für 200 Flüchtliunge bestätigt.

Dieses wird diese Woche durch ein zweites, bei Bedarf auch durch ein drittes Zelt ergänzt. Damit wäre dort Platz für bis zu 600 Flüchtlinge. Es bleibe das Ziel, alle Flüchtlinge bis Ende Oktober aus den Zelten zu holen. „Es ist aber davon abhängig, wie wir den Zugang bewältigen. Wir kommen teilweise an unsere Grenzen“, so Ulbig.

Das Finanzministerium sei an sehr vielen Immobilien dran. Ulbig: „Es gibt die klare Vorgabe, dass wir diese Woche weitere Objekte brauchen.“ Konkrete Objekte nannte er nicht: „Wir hatten ja schon Immobilien sicher eingeplant, die dann kurz vor knapp wegfielen.“

Künftig sollen Bundesliegenschaften vermehrt und intensiver miteinbezogen werden. Ulbig: „Wir werden sich das ein oder andere Tabu brechen, wie bei der Offizierschule.“ Auf die Frage, was er mache, wenn Landkreise nicht genügend Objekte melden: „Über die Eskalationsstufen werden wir zu gegebener Zeit sprechen.“

Auf der Wiese soll binnen 24 Stunden ein Großzelt stehen und bezogen werden.
Auf der Wiese soll binnen 24 Stunden ein Großzelt stehen und bezogen werden.
Die Vorbereitungen für eine neue Zeltstadt in Nähe des Hauptbahnhofes laufen auf Hochtouren.
Die Vorbereitungen für eine neue Zeltstadt in Nähe des Hauptbahnhofes laufen auf Hochtouren.

Fotos: privat; Roland Halkasch


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