Endlich Entlastung durch Supertrasse Dresden-Prag

Bislang verläuft die Bahnstrecke nach Prag nur oberirdisch. Künftig
befinden sich 26 der 43 Kilometer in Tunnelröhren.
Bislang verläuft die Bahnstrecke nach Prag nur oberirdisch. Künftig befinden sich 26 der 43 Kilometer in Tunnelröhren.  © screenshot SMWA

Dresden/Schöna - Die geplante neue Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Prag bringt mehr Entlastung als bislang angenommen.

Laut Sachsens Verkehrsministerium kann die teils unterirdische Strecke im Osterzgebirge die Hauptlast des bisherigen Verkehrs schlucken. Damit würde es ruhiger im lärmgeplagten Elbtal.

Momentan sieht’s so aus: Die Kapazität der Elbtal-Gleise ist pro Tag und Richtung auf 140 Züge ausgelegt. Macht 280 Züge.

Zuletzt fuhren 228 pro Tag, so Verkehrsministers Martin Dulig (43, SPD). 94 Nah-, 16 Fern- sowie 118 bis 122 Güterzüge.

Die Neubaustrecke weiter westlich bekommt eine Gesamtkapazität von bis zu 144 Zügen je Richtung.

Da diese Trasse nur vom Güter- und Personenfernverkehr genutzt werden wird, bliebe im Elbtal allein der S-Bahnverkehr.

Die Freude im Landratsamt über die Zahlen ist riesig, heißt es aus dem Büro von Landrat Michael Geißler (57, CDU). Und im Pirna Rathaus ist Erleichterung zu spüren.

Denn, so ein Stadtsprecher: "In den letzten Jahren hat der Bahnverkehr spürbar zugenommen. Die gefühlte Schallgrenze ist schon lange erreicht."

Endstation Prag-Holešovice. Bislang brauchen die Züge aus Dresden
mehr als zwei Stunden bis hierher. Mit der neuen Strecke sollen
es nur 50 Minuten sein.
Endstation Prag-Holešovice. Bislang brauchen die Züge aus Dresden mehr als zwei Stunden bis hierher. Mit der neuen Strecke sollen es nur 50 Minuten sein.

Genau genommen leiden die Bewohner im Elbtal seit 1851 unter dem Zugverkehr. Auch, weil die Tallage den Lärm vervielfacht.

Nun hängt alles an den Genehmigungsverfahren - und am Geld. Doch Deutschland und Tschechien sind fest entschlossen, das Projekt zu stemmen.

Und aus der 20-jährigen Dauerbaugeschichte zur Autobahn A17 zwischen Dresden und Prag haben sie gelernt. Darum ist realistisch: 2028 Baubeginn, 2035 erste Testfahrten.

Schon laufen grenzübergreifende Projekte, die ein sicheres bürokratisches Fundament vorbereiten: Das "Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit".

Und der "Europäische Verbund für Territoriale Zusammenarbeit Eisenbahnneubaustrecke Dresden - Prag".

Er forciert die Neubaustrecke:
Verkehrsminister
Martin Dulig (43, SPD).
Er forciert die Neubaustrecke: Verkehrsminister Martin Dulig (43, SPD).  © Monika Skolimowska/dpa
Die neue Zugstrecke Dresden - Prag soll durchs
Osterzgebirge führen. Hier die Trasse über das Bahratal.
Die neue Zugstrecke Dresden - Prag soll durchs Osterzgebirge führen. Hier die Trasse über das Bahratal.  © screenshot SMWA
Alt und neu:
Bislang tangiert
die Strecke auf
deutschem Gebiet
hinter Pirna (oben
rechts) das Elbtal.
Zehntausende
Anwohner leiden
unter dem Lärm.
Die neue Strecke
(rot) verläuft weiter
westlich.
Alt und neu: Bislang tangiert die Strecke auf deutschem Gebiet hinter Pirna (oben rechts) das Elbtal. Zehntausende Anwohner leiden unter dem Lärm. Die neue Strecke (rot) verläuft weiter westlich.  © Screenshot

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