Schokoladenmädchen muss umziehen! Aber wer war es wirklich?

Dresden - Das Schokoladenmädchen gehört zu Dresden wie der Zwinger und die Frauenkirche.

(Bildmontage) Kurator Roland Enke bestätigt, dass man nicht weiß, wer die holde Schöne ist.
(Bildmontage) Kurator Roland Enke bestätigt, dass man nicht weiß, wer die holde Schöne ist.  © DPA

Tausende Besucher strömen jedes Jahr in die Galerie Alte Meister, um das Werk des Schweizer Malers Jean-Étienne Liotard (1702-1789) zu betrachten. Ab Freitag zeigt sich die Schöne einmal mehr von ihrer Schokoladenseite: Für vier Monate zieht sie im Rahmen einer Sonderausstellung vom Pastellkabinett in den Gobelinsaal des Semperbaus. Indes ranken sich weiter Geheimnisse um die holde Schönheit...

Wer das Dienstmädchen mit weißer Schürze, rosa Seidenhaube, heiße Schokolade auf dem Tablett servierend wirklich ist, bleibt im Ungewissen. Eine Anna, ein Nandl oder eine Charlotte Baldauf: "Man weiß nicht, wer sie ist", so Kurator Roland Enke.

Er schätzt, dass Liotards Modell vielleicht noch minderjährig war: "14 bis 15 Jahre, wirklich ein Mädchen." Der Künstler hat über die Herkunft der Schönen nichts hinterlassen.

Nach Dresden kam sie vorerst als "Stubenmädchen". Der Kunstliebhaber König August III. (1696-1763), Sohn Augusts des Starken, hatte das Bild von dem Kunsthändler Francesco Graf Algarotti erworben, der es bereits 1745 dem Künstler abgekauft hatte. Der sächsische Kurfürst und polnische König bezahlte damals für die schöne Dienerin 120 Golddukaten - ein stolzer Preis. Ihren süßeren Namen bekam sie erst um 1860.

In Dresden angekommen, wurde das ungewöhnliche Pastellbild sofort ausgestellt und erntete Begeisterung. "Ein Ganzkörperbild von einer Dienerin, man könnte fast von einem Tabubruch sprechen", so der Kurator.

Das faszinierte die Dresdner offenbar. Rund um das Schokoladenmädchen werden in der Ausstellung (bis 6. Januar) Exponate aus zehn SKD-Sammlungen und 40 Leihgaben aus internationalen Sammlungen zu sehen sein.

(Bildmontage) August III. war ein großer Kunstliebhaber. Für einen stolzen Preis kaufte er das damalige "Stubenmädchen". Das Schokoladenmädchen lockt jedes Jahr Tausende Besucher in die Galerie Alte Meister.
(Bildmontage) August III. war ein großer Kunstliebhaber. Für einen stolzen Preis kaufte er das damalige "Stubenmädchen". Das Schokoladenmädchen lockt jedes Jahr Tausende Besucher in die Galerie Alte Meister.  © DPA

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