Gravierende Mängel: Stadt wirft Schulplaner raus

Dresden - Die Stadt wirft die Planer des Schulcampus Pieschen von der Baustelle. Hintergrund sind laut Stadt gravierende Mängel, die zu neun Millionen Euro Mehrkosten geführt hätten.

Beim Bau kommt es zu Mehrkosten. (Archivbild)
Beim Bau kommt es zu Mehrkosten. (Archivbild)  © Holm Helis

Jetzt zog die Verwaltung die Reißleine, weil die Fertigstellung des Gesamtprojektes in Frage steht.

"Die Probleme reichten von der Nichtbeachtung von Bodengutachten, mehrfach verspätet erstellter Tragwerksplanungen über starke Verzögerungen bei der Prüfung von Rechnungen und Nachträgen bis hin zu mangelhaften Leistungsverzeichnissen für Baugewerke", nennt STESAD-Geschäftsführer Axel Walther einige der Versäumnisse und beziffert die so entstandenen Mehrkosten mit rund neun Millionen Euro.

Die Stadt stellte alle Zahlungen ein und will Schadenersatz geltend machen. Um das weiter geltende Ziel - den Beginn des Schulbetriebs im August 2019 - noch zu erreichen, hat die städtische Bau-Tochter STESAD bereits neue Planungsbüros gebunden, die Bauoberleitung inzwischen selbst übernommen und den Bauablauf beschleunigt.

Konkret wurde die der Zahl der Bauarbeiter vor Ort erhöht. Zudem wurde Winterbau angewiesen und im Zwei-Schicht-System gearbeitet.

2017 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.
2017 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.  © Jürgen-Michael Schulter

Die kalkulierten Gesamtkosten für das Schulprojekt beliefen sich auf knapp 75 Millionen Euro. Über die rund neun Millionen Euro Mehrkosten hinaus, die laut Stadt durch die Planer verursacht wurden, werden weitere Kostensteigerungen durch allgemeine Preissteigerungen beim Bau von rund sieben Millionen Euro erwartet.

Zusätzliche Kostensteigerungen in Höhe von zwei Millionen Euro sind wegen notwendiger Projektänderungen entstanden.

Im Vergleich zum Baubeschluss vom Mai 2016 ist deshalb voraussichtlich mit Mehrkosten von insgesamt 18 Millionen Euro zu rechnen. Am Raumprogramm für den Schulcampus, dem Baukörper, der geplanten Schülerzahl von 1 900 oder den Fertigstellungsterminen wird sich nichts ändern.

Der termingerechte Start des Schulbetriebs auf dem Schulcampus Pieschen im Sommer 2019 ist besonders wichtig, weil sowohl die 145. Oberschule als auch das Gymnasium Pieschen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und der Schulcampus Pieschen zusätzlich als Interimsstandort für das zu sanierende Gymnasium Klotzsche dienen soll.

Planmäßiger Baubeginn am Gymnasium Klotzsche soll im September 2019 sein.

Visualisierung des künftigen Schulstandortes Gehestraße in Pieschen.
Visualisierung des künftigen Schulstandortes Gehestraße in Pieschen.  © PPP

Titelfoto: Holm Helis

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