Droht Sachsen das schwierigste Schuljahr seit der Wende?

Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (59) befürchtet, dass sich die Schulqualität in Sachsen nachhaltig verschlechtert.
Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (59) befürchtet, dass sich die Schulqualität in Sachsen nachhaltig verschlechtert.  © Eric Münch

Dresden - Die Bildungsgewerkschaft GEW schlägt Alarm: Nach ihrer Einschätzung steht Sachsen angesichts des Lehrermangels das schwierigste Schuljahr seit 1990 bevor. Eine solch komplizierte Lage habe es noch nie gegeben.

"Die Probleme sind kaum noch zu lösen", so Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (59).

Dem Freistaat drohe eine Beschädigung der Schulqualität. Und das habe Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort. Sie geht davon aus, dass zum Schuljahresbeginn bis zu 150 Stellen unbesetzt bleiben.

Sie forderte eine Kraftanstrengung über das Lehrerpaket hinaus. Letzteres werde schlecht oder gar nicht umgesetzt.

Kruse rechnet damit, dass die Hälfte des neu eingestellten Personals Seiteneinsteiger sind. Sie verwies auf die Förderschulen.

Demnach werden in der Region Bautzen nur drei von 20 freien Stellen durch ausgebildete Lehrer besetzt. Und die seien auch keine Förderschullehrer. In Chemnitz kämen auf 40 Neueinstellungen 20 ausgebildete Lehrer, darunter nur vier Förderschullehrer.

Kruse: "Man merkt, dass sich auch der Seiteneinsteiger-Markt leert."

Die GEW-Chefin sieht aber Reserven: Es gebe unter den Flüchtlingen mehrere Hundert ausgebildete Lehrer. Viele könnten gut Deutsch. Zudem forderte sie, jetzt Seiteneinsteiger für 2018/19 einzustellen, um sie in Ruhe zu qualifizieren. Ministerin Brunhild Kurth (63, CDU) will sich heute äußern.


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