Zoff um SemperOpernball: Judith Rakers droht mit Konsequenzen

Dresden – Ist Ball-Chef Hans-Joachim Frey (54) zu weit gegangen? Die Verleihung des St. Georgs Ordens des SemperOpernballs an den umstrittenen ägyptischen Machthaber Abdel El-Sisi (65, TAG24 berichtete) zieht immer weitere Kreise!

Judith Rakers soll dieses Jahr eigentlich den SemperOpernball an der Seite von Roland Kaiser moderieren.
Judith Rakers soll dieses Jahr eigentlich den SemperOpernball an der Seite von Roland Kaiser moderieren.  © Petra Hornig

Jetzt droht sogar Ball-Moderatorin Judith Rakers (44) abzuspringen. Die Tagesschau-Sprecherin erklärte, dass der Ball durch die Verleihung zu einem politischen Ereignis geworden sei.

"Mich irritiert diese Verleihung sehr und ich bin seitdem in Gesprächen über die Konsequenzen, die ich als Moderatorin des Balls ziehen möchte", schrieb sie bei Twitter.

Auch die Vergabe eines weiteren St. Georgs Ordens an den Unternehmer Hans Jürgen Naumann sei ihr nicht entgangen, so Rakers. Naumann hatte die Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe nach der Wende in Chemnitz angesiedelt.

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2017 machte er Negativ-Schlagzeilen, weil er in einem Interview er US-Präsident Trump gelobt, weil dieser erkannt habe, dass "die weiße Bevölkerung zusammenstehen muss". Seiner Meinung nach müssten junge Afroamerikaner beim Militär diszipliniert werden.

Die frühere Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (62, SPD) hatte daraufhin den "deutlich rassistischen Tenor" gerügt.

Zuvor hatte bereits Semperopern-Intendant Peter Theiler (63) die Ordensverleihung an den Diktator scharf kritisiert. Man missbillige die Entscheidung "ausdrücklich", innerhalb der Semperoper gebe es deswegen massive Irritationen. Auch quer durch alle politischen Lager – mit Ausnahme der AfD – herrscht Entsetzen über die Entscheidung des Ballvereins.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP) hatte seine Teilnahme in Frage gestellt, Partner wie der MDR distanzierten sich. Sollte sich der Veranstalter entscheiden, die Ehrung von Al-Sisi beim Ball zu thematisieren, werde das nicht mit ausgestrahlt.

Dresden gibt jedes Jahr tausende Euro für VIP-Ballkarten aus

Ball-Impressario Hans-Joachim Frey (54) überreicht den St. Georgs Orden in Kairo.
Ball-Impressario Hans-Joachim Frey (54) überreicht den St. Georgs Orden in Kairo.  © Semper Opernball e.v

Frey verteidigte die Entscheidung trotz aller Kritik. Man sei sich natürlich bewusst, wie Al-Sisi mit Kritikern und Journalisten umgeht. "Das nehmen wir sehr ernst." Aber Al-Sisi sorge auch für Stabilität in Ägypten, den Aufbau der Gesellschaft, für Kultur und Bildung.

Der deutsche Botschafter in Ägypten habe ihm in Kairo gesagt, dass das positiv gesehen wird von der Bundesrepublik und die Zeit reif sei, "solche Wege, solche Schritte" zu gehen.

Der Fraktions-Chef der Linken im Dresdner Stadtrat, André Schollbach (41), forderte am Dienstag Konsequenzen. "Angesichts der skandalösen Auszeichnung des ägyptischen Staatspräsidenten sollten künftig keine Steuergelder mehr eingesetzt werden, um Karten für den SemperOpernball zu erwerben und diesen damit finanziell zu unterstützen."

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Allein die Landeshauptstadt gebe jährlich mehrere tausend Euro an Steuergeldern für teure VIP-Ballkarten von OB Hilbert und dessen Gefolge aus.

Titelfoto: Petra Hornig

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