Dynamo-Kapitän Hartmann: "Zwei bis drei Prozent fehlen!"

Dresden - Viele Spieler des aktuellen Dynamo-Kaders haben bereits Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. Einige positive, einige negative.

Am Boden zerstört. Marco Hartmann (v.l.), Mickael Poté und Robert Koch trauerten 2014 nach der Niederlage gegen Bielefeld, die den direkten Abstieg in die 3. Liga bedeutete.
Am Boden zerstört. Marco Hartmann (v.l.), Mickael Poté und Robert Koch trauerten 2014 nach der Niederlage gegen Bielefeld, die den direkten Abstieg in die 3. Liga bedeutete.  © Lutz Hentschel

Ausgerechnet Kapitän Marco Hartmann ist schon einmal mit den Dresdnern abgestiegen. Diesen Anlass nutzte TAG24, um mit dem Kapitän das Wort "Abstiegs-KAMPF" zu erörtern.

TAG24: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Hartmann: "Ich erinnere mich an eine Saison in Halle. Das war damals sehr belastend. Als stellvertretender Kapitän hatte ich relativ viel Verantwortung. Das Abstiegsjahr bei Dynamo habe ich eher aus der Zuschauerrolle verfolgt.

In der entscheidenden Phase war ich leider verletzt. Nur am letzten Spieltag stand ich auf dem Platz. Dieses Jahr betrifft es viele Mannschaften in unserer Liga. Wir stecken mittendrin und müssen die Situation als Herausforderung sehen."

TAG24: Körper oder Geist? Für was steht der Kampf?

Hartmann: "Der Kopf steuert den Körper. Ich denke, man muss sich im Kopf darauf einstellen, was körperlich auf einen zu kommt.

Eine andere Sache ist der Druck, mit der Anspannung umzugehen, immer wach und fokussiert zu sein, ohne zu verkrampfen. Vor allem dann, wenn du zu viel nachdenkst, dich Sachen beschäftigen oder Emotionen runterziehen."

Voller Körpereinsatz! Die bittere 1:2-Hinspielpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern will Kapitän Marco Hartmann (M.) vergessenmachen.
Voller Körpereinsatz! Die bittere 1:2-Hinspielpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern will Kapitän Marco Hartmann (M.) vergessenmachen.  © Lutz Hentschel

TAG24: Apropos Druck: Wie gehen Sie privat damit um?

Hartmann: "In Halle hat mich das neben meinem Studium ziemlich stark belastet. Mittlerweile habe ich einen guten Weg gefunden, mich abseits des Trainings vom Fußball abzukanzeln. Zu Hause muss zu Hause sein, das ist für mich ganz wichtig. Wenn ich im Stadion bin, mache ich mir viele Gedanken. Dann gibt es genügend Gespräche und Sitzungen. Man muss einen gewissen Abstand herstellen, um im Kopf klar zu bleiben."

TAG24: Schauen Sie sich die Konkurrenz im Fernsehen an?

Hartmann: "Nein, zurzeit gar nicht. Es gilt, im Kopf zu regenerieren. Aber das muss jeder für sich wissen. Entscheidend ist trotzdem zu wissen, ob ein Punkt in der 85. Minute reicht oder nicht. Dem Gegner zuzuschauen, würde zu sehr den Gedanken prägen: Man hofft auf andere. Da ist man vor allem in dieser Saison schon schwer enttäuscht worden."

TAG24: Was fordern Sie für die ausstehenden vier Partien?

Hartmann: "Nichts was ich nicht schon in der Kabine gesagt habe. Zuletzt haben wir eine ordentliche Leistung gebracht, uns aber nicht belohnt. Es sind vielleicht zwei bis drei Prozent, die fehlen, dieses Glück zu erzwingen. Jeder Einzelne im Kader, egal ob auf der Tribüne oder auf dem Rasen, muss sich komplett auf das nächste Spiel fokussieren. Jeder muss sich hinterfragen: Mach ich alles dafür oder nicht? Jetzt heißt es: machen!"


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