Shoppen am Wochenende: Der ewige Kampf um Verkaufssonntage

Dresden - Über kaum ein Thema wurde in den vergangenen Jahren in Dresden so vehement diskutiert wie über mögliche Sonntagsöffnungszeiten. Donnerstag entscheidet der Stadtrat mit geänderten Mehrheiten neu.

Die Händler hoffen auf zwei Einkaufssonntage schon in diesem Advent.
Die Händler hoffen auf zwei Einkaufssonntage schon in diesem Advent.  © Eric Münch

Jahrelang durften Läden in Dresden an vier Sonntagen öffnen. Linke, Grüne und SPD wollten das nie wirklich, hatten lange jedoch keine Mehrheit im Rat. Das änderte sich 2014. Ein Bürgerentscheid für vier Shopping-Sonntage wurde knapp nicht zugelassen. Am Ende stand der 2016 getroffene Kompromiss, dass an einem Adventssonntag pro Jahr Läden öffnen dürfen.

Das könnte sich nun ändern. CDU und FDP sprechen sich deutlich für mindestens zwei offene Sonntage aus. "Angesichts der enormen Konkurrenz aus dem Internet ist der Ruf des innerstädtischen Handels nach mehr Öffnungszeiten nur verständlich", so Holger Zastrow (50, FDP).

Auch die AfD steht hinter zwei verkaufsoffenen Sonntagen, will einen eigenen Änderungsantrag einbringen. "Wir werden Änderungsanträge aller Fraktionen wohlwollend prüfen", so Stadtrat Thomas Blümel (53, Bürgerfraktion).

Hintergrund ist auch ein Brief vom Handelsverband Sachsen, vom Tourismusverband, der Industrie- und Handelskammer sowie vom Citymanagement Dresden. Gemeinsam fordern die Interessenverbände "nachdrücklich" zwei stadtweite verkaufsoffene Sonntage am 2. Advent und am 4. Advent.

Linke-Chef André Schollbach (40) kontert: "Uns ist es wichtig, der Kommerzialisierung Grenzen zu setzen. Ein Tag in der Woche soll sich von der Geschäftigkeit der Werktage unterscheiden."

Seit Jahren kämpft der Einzelhandel für Sonntagsöffnungszeiten, Kirchen und Gewerkschaften sind dagegen.
Seit Jahren kämpft der Einzelhandel für Sonntagsöffnungszeiten, Kirchen und Gewerkschaften sind dagegen.  © DPA
Thomas Blümel (52, Bürgerfraktion).
Thomas Blümel (52, Bürgerfraktion).  © Holm Helis

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