Auch wegen Silvester-Knallerei: Dresden droht dicke Luft

Dresden - Silvester steht vor der Tür. Ungeduldige zünden schon Knaller. Millionen Raketen werden morgen zur Mitternacht wieder in den Nachthimmel steigen.

In den ersten Minuten des Jahres wird die Dresdner Frauenkirche traditionell durch eine Armada von Silvesterraketen in einen Mantel voller Feinstaub gehüllt.
In den ersten Minuten des Jahres wird die Dresdner Frauenkirche traditionell durch eine Armada von Silvesterraketen in einen Mantel voller Feinstaub gehüllt.  © DPA

Das schöne Feuerwerk hat aber auch negative Seiten: Die Luft ist dann "zum Schneiden", Tonnen von Feinstaub werden freigesetzt. Doch wer glaubt, Feinstaub ist nur Silvester ein Thema, liegt daneben.

Jährlich werden in Deutschland zirka 4500 Tonnen Feinstaub (PM – Particulate Matter, PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei - das Gros davon in der Silvesternacht. Die Menge entspricht in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge und zirka 2,25 Prozent aller PM10-Emissionen (203 070 Tonnen).

Feinstaub - das sind winzige, nur Millimeter-Bruchteile große und fürs menschliche Auge unsichtbare Staubteilchen. Feinstaub kommt in der Natur vor (zum Beispiel durch Bodenerosion) und wird vom Menschen erzeugt - durch Emissionen aus Kraftfahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, aber auch bei der Metall- und Stahlerzeugung oder beim Umschlagen von Schüttgut.

Einer der Hauptverursacher von Feinstaub: Dieselmotoren erzeugen besonders viel der Feinstaub-Emissionen.
Einer der Hauptverursacher von Feinstaub: Dieselmotoren erzeugen besonders viel der Feinstaub-Emissionen.  © Andreas Weihs

In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die dominierende Staubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren (vorrangig aus Dieselmotoren) in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubs von der Straßenoberfläche.

Auch die Landwirtschaft erzeugt durch die Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe, (insbesondere Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung) Feinstaub.

Klein und gemein: Feinstaub schädigt die menschliche Gesundheit. Diverse Erkrankungen der Atemwege, -organe, der Gefäße und des Nervensystems führt man auf ihn zurück. In der EU gelten seit 2005 PM10-Feinstaub-Limits. Der Tagesgrenzwert beträgt 50 Mikrogramm/Kubikmeter und darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden.

In Elbflorenz gibt es drei Messpunkte zum Überwachen der Luftqualität. In Dresden-Nord, an der Berg- und an der Winkelmannstraße. Zwischen 2013 und 2018 gab es 2014 die meisten Überschreitungstage (36) an der Bergstraße. 2018 registrierte man am gleichen Standort bislang 12 solcher Tage.

Gut möglich, dass am Neujahrstag gleich das erste Mal der Feinstaub-Grenzwert "gerissen" wird. "Die Nähe begeisterter Feuerwerker zur Messstation und insbesondere die meteorologischen Bedingungen beeinflussen das Ergebnis sehr", erklärt Karin Bernhardt, Pressesprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Heißt: Mit etwas Glück ist die "dicke Luft" bald vom Winde verweht.

Die Feinstaub-Messtation an der Bergstraße in Dresden.
Die Feinstaub-Messtation an der Bergstraße in Dresden.  © Norbert Neuman

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