Ohrfeigen-Affäre: Auch Grüne haben Erfahrung mit Gewalt in eigenen Reihen

Dresden - Noch immer beschäftigt die Ohrfeige der Ex-PDS-Stadträtin Monika Aigner (65) die Dresdner Kommunalpolitik.

Architektin Regine Töberich (53) wurde vor drei Jahren von einem Grünen-Politiker geohrfeigt.
Architektin Regine Töberich (53) wurde vor drei Jahren von einem Grünen-Politiker geohrfeigt.  © Norbert Neumann

Am Mittwoch meldete sich die Grünen-Spitze zu Wort, forderte klare Kante gegen Gewalt und verweist dabei auf Erfahrungen mit Gewalttätern in den eignen Reihen.

"Verbale oder gar körperliche Gewalt dürfen kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein", schreiben Susanne Krause (35) und Joachim Wesjohann (48). "Wer dies entgegen den Grundsätzen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung auch noch öffentlich befürwortet, ist charakterlich nicht geeignet, in den Gremien der Landeshauptstadt Dresden mitzuarbeiten."

Gemeint sind die beiden Stadträte Jens Genschmar (49, FDP) und Angela Malberg (66, CDU), die den Schlag gegen Ex-Sozialbürgermeister Martin Seidel (42) öffentlich guthießen.

Die Grünen hatten am 7. Mai 2015 ihre eigene Schlag-Affäre: Ortsbeirat Michael Ton (62) hatte damals die Architektin Regine Töberich (53) geschlagen. "Er ist daraufhin von allen Ämtern zurückgetreten, hat sich entschuldigt", so Krause.

"Unser Stadtverband hat sich damals klar von Gewalt distanziert, es gab eine interne Diskussion, die hoffentlich nun ähnlich in FDP und CDU geführt wird."

Ortsbeirat Michael Ton (62) entschuldigte sich nach dem Schlag, legte alle Ämter nieder und trat aus der Partei aus.
Ortsbeirat Michael Ton (62) entschuldigte sich nach dem Schlag, legte alle Ämter nieder und trat aus der Partei aus.  © Steffen Füssel