So gefährlich waren die Sprengsätze des Dresdner Moschee-Bombers

Die Spuren der Explosion waren am Tag nach dem Anschlag noch deutlich zu sehen. Polizei sicherte im September 2016 die Dresdner Moschee.
Die Spuren der Explosion waren am Tag nach dem Anschlag noch deutlich zu sehen. Polizei sicherte im September 2016 die Dresdner Moschee.  © epd-bild/Barbara Noack

Dresden - Dem Moschee-Bomber wird der Prozess gemacht. Am 31. Januar beginnt am Landgericht Dresden die Verhandlung gegen Nino K. (30) wegen versuchten Mordes.

Der PEGIDA-Redner hatte am 26. September 2016 abends drei Rohrbomben und Behälter mit brennbarer Flüssigkeit vor die Moschee in Dresden-Cotta gelegt. Eine ging davon hoch.

Per Zeitschaltuhr hatte Nino K. laut Anklage den selbst gebauten Sprengsatz um 21.48 Uhr an der Moschee an der Hühndorfer Straße in die Luft gejagt. Zum Glück zündete die Sprengvorrichtung nicht komplett.

Zwar wurde die Tür der Fatih-Camii-Moschee nach innen gedrückt, die Fassade schwer beschädigt. Aber der Imam, seine Frau und seine beiden Kinder blieben zum Glück unverletzt.

Doch der Moschee-Bomber hatte noch nicht genug. Nach dem Angriff deponierte er einen weiteren Sprengsatz am Internationalen Congress Center, der gegen 22 Uhr explodierte und ebenfalls Sachschaden verursachte.

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten den mutmaßlichen Moschee-Bomber.
Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten den mutmaßlichen Moschee-Bomber.  © Polizei

Der Platz war nicht zufällig gewählt. Dort sollte am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, ein Empfang stattfinden. Am Ende waren zum Feiertag Tausende Polizisten zur Absicherung in der Stadt. Einen weiteren Molotowcocktail, den Nino K. am Tattag dabei hatte, warf er in die Elbe.

Zehn Wochen wurde fieberhaft nach dem Moschee-Bomber gefahndet. Dann wurde Nino K., den letztlich eine DNA-Spur überführte, auf einer Baustelle in Hessen gefasst.

Bei der Hausdurchsuchung fanden Fahnder weitere Sprengsätze „zum jederzeitigen Abtransport und Einsatz bereit“. Nach der Festnahme wurde bekannt: Nino K. war schon Redner auf der PEGIDA-Bühne.

Dort hatte er über kriminelle Ausländer und faule Afrikaner gehetzt. Nun ist er des versuchten Mordes, versuchter besonders schwerer Brandstiftung, Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen, Herstellens und Führens verbotener Waffen und unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen angeklagt. Ihm droht lebenslange Haft.

Die Schwurgerichtskammer am Landgericht unter Vorsitz von Richter Herbert Pröls hat bislang 13 Prozesstage geplant. Ein Urteil könnte im April fallen.


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