Rentner baut Dresdens älteste Kirche wieder auf

Dresden - Die Sophienkirche war einst Dresdens älteste Kirche (1272 als Franziskanerkloster-Kirche erstmals erwähnt). Im Zweiten Weltkrieg brannte die doppelschiffige gotische Hallenkirche aus, wurde ab 1962 auf Betreiben von SED-Chef Walter Ulbricht (1893 bis 1973) und trotz großer Proteste abgetragen und gesprengt.

Schon seit zwei Jahren werkelt der Dresdner Hans-Harald Schubert (66) an seinem Nachbau der Sophienkirche.
Schon seit zwei Jahren werkelt der Dresdner Hans-Harald Schubert (66) an seinem Nachbau der Sophienkirche.

Ein Dresdner werkelt schon seit Jahren an einem originalgetreuen Nachbau.

Zum Glück ist Hans-Harald Schubert (66) schon in Rente. Sonst hätte der frühere Werkzeugmacher keine 2200 Arbeitsstunden in seinen Nachbau stecken können.

Für den Förderverein der Busmannkapelle schnitzt der Gorbitzer seit zwei Jahren im heimischen Wohnzimmer in Sisyphus-Manier an der Miniatur-Sophienkirche (90 Zentimeter lang und hoch, 60 Zentimeter breit).

"Fast alles ist aus Holz. Ich nutze kleine Feilen, leime alle Teile zusammen. Dazu male ich mit Acrylfarben, für die Fenster nutze ich Klarsichtfolie", sagt Schubert, der bereits historische Segelschiffe detailgetreu nachgebaut hatte.

Die Sophienkirche ist eine besondere Herausforderung: "Ich studierte Baupläne, die nach der Bombardierung erstellt wurden. Das Modell zeigt, wie die Sophienkirche davor aussah. Für Türme und Dach nutze ich historische Fotos", sagt Schubert. Dazu wälzte er Literatur, um auch die Umbauten nachzuvollziehen. Nun will er noch Westfront und Eingänge verfeinern, bis Spätsommer fertig sein.

Dann soll laut Bauleiter und Landeskonservator a.D. Gerhard Glaser (81) auch die Gedenkstätte Busmannkapelle am Postplatz nach über zehnjähriger Bauzeit vollendet werden. In der letzten Bauphase folgen noch Freitreppen, Fußboden mit Sandsteinplatten, Haustechnik - und ein Ausstellungspodest für Schuberts Sophienkirche.

Das Miniatur-Modell wird nach Vollendung der Gedenkstätte Busmannkapelle darin ausgestellt werden.
Das Miniatur-Modell wird nach Vollendung der Gedenkstätte Busmannkapelle darin ausgestellt werden.  © Ove Landgraf

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