Sicherheitsalarm im Gericht: Immer mehr Besucher kommen bewaffnet

Dresden – Mit dem Pfefferspray zur Verhandlung: Bei Sicherheitskontrollen im Fachgerichtszentrum sind in diesem Jahr schon fast 8 000 Gegenstände eingezogen worden, darunter Reizgas, Messer, Schlagringe und sogar eine Schusswaffe.

Wer ins Fachgerichtszentrum will, muss an der Sicherheitsschleuse erst am Justizbeamten samt Metalldetektor vorbei.
Wer ins Fachgerichtszentrum will, muss an der Sicherheitsschleuse erst am Justizbeamten samt Metalldetektor vorbei.  © Holm Helis

"Bei uns herrschen Sicherheitsvorschriften wie an einem Flughafen", sagt Gerichtssprecher Hans von Egidy (49). Bei der Einlasskontrolle haben Justizbeamte am Fachgerichtszentrum an der Hans-Oster-Straße und in der Außenstelle an der Bautzner Straße schon 7 912 potenziell gefährliche Gegenstände konfisziert.

Eingezogen wurden vor allem Nagelfeilen und -scheren sowie Glasflaschen, aber auch Taschenmesser (244) und Reizgas (37).

"Es zeichnet sich ein Trend ab, dass viele Leute Dinge mitbringen, über die man sich wundern muss", so Gerichtssprecher von Egidy. 2017 wurden "nur" 6 207 Gegenstände (darunter auch zwei Elektroschocker) eingezogen. "Wir haben dieses Jahr mehr Verhandlungen gehabt und somit mehr Leute kontrolliert."

Der Messermord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini vor 9 Jahren am Landgericht hatte dafür gesorgt, dass die Sicherheitsvorkehrungen an allen Gerichten der Stadt verschärft wurden. "Seit zwei bis drei Jahren" gäbe es laut Pressesprecher von Egidy durchgängig Einlasskontrollen am Fachgerichtszentrum.

Drei Messer im Sinne des Waffengesetzes wurden 2017 bei der Einlasskontrolle beschlagnahmt.
Drei Messer im Sinne des Waffengesetzes wurden 2017 bei der Einlasskontrolle beschlagnahmt.  © DPA
Justizbeamte konfiszierten am Fachgerichtszentrum in diesem Jahr sogar eine Schusswaffe.
Justizbeamte konfiszierten am Fachgerichtszentrum in diesem Jahr sogar eine Schusswaffe.  © Imago

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0