Stadt erhöht die Müllgebühren! Das müsst Ihr jetzt wissen

 Die Müllgebühren sollen nächstes Jahr um 5,5 Prozent angehoben werden.
Die Müllgebühren sollen nächstes Jahr um 5,5 Prozent angehoben werden.  © Norbert Neumann

Dresden - Mehr Müll, höhere Personalkosten und striktere Auflagen machen die Müllentsorgung teurer. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (52, Grüne) stellt die Müllgebühren deshalb auf den Prüfstand. Ihr Vorschlag: Nächstes Jahr soll die Müllentsorgung im Durchschnitt um 5,5 Prozent teurer werden!

  • Wie viel Müll häufen die Dresdner an?

Im vergangenen Jahr 2016 sammelten die Müllmänner der Stadtreinigung Dresden und beauftragte Unternehmen insgesamt 179.503 Tonnen Hausmüll ein. Das sind 4000 Tonnen mehr Müll als im Vorjahr. Immerhin: Wegen steigender Einwohnerzahlen blieb die Pro-Kopf-Menge bei etwa 327 Kilogramm je Einwohner konstant.

  • Wo liegt Dresden im Bundesschnitt?
Thomas Kügler (47), Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft.
Thomas Kügler (47), Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft.  © Andreas Weihs

Fast vorbildhaft sind die Dresdner beim Restmüll: „Etwa 137 Kilo Restmüll verursacht jeder Dresdner. Der Bundesschnitt liegt bei 173 Kilo“, weiß Thomas Kügler (47), neuer Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft.

  • Wie sollen die Gebühren erhöht werden?

Der Grundbetrag soll um 2,8 Prozent, die Restmüll-Gebühr um 7,5 Prozent steigen. Beispiel: Eine 240-Liter-Restmülltonne kostet mit 24 Leerungen künftig also 351,60 Euro statt bislang 332,88 Euro. Biomüll- und Grünschnitt-Gebühren bleiben gleich. Pro Einwohner steigt die durchschnittliche Müllgebühr künftig auf etwa 63 Euro (aktuell 59 Euro).

  • Warum müssen die Gebühren angehoben werden?

Detlef Thiel (57), Chef des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, verweist auf gestiegene Personalkosten, größere Müllmengen und striktere Müllmengen. Die neue Gebührensatzung soll Ende des Jahres vom Stadtrat abgesegnet werden und bis 2020 gelten.

Eigentlich gehört Müll in die Tonne. Landet er daneben, berechnet die 
Stadtreinigung künftig deutlich mehr Gebühren.
Eigentlich gehört Müll in die Tonne. Landet er daneben, berechnet die Stadtreinigung künftig deutlich mehr Gebühren.  © Thomas Türpe

Für die Tonne

Ein Problem: Im Biomüll landen zu viele Plastiktüten, die kaum aussortiert 
werden können.
Ein Problem: Im Biomüll landen zu viele Plastiktüten, die kaum aussortiert werden können.  © Eric Münch

Ein Kommentar von Dominik Brüggemann

Ja klar, die Stadt will wieder Gebühren erhöhen. Erster Gedanke: Diese Gebührenerhöhung für die Müllentsorgung stinkt doch zum Himmel! Aber nur beim ersten Schnuppern.

Die Dresdner Umweltbürgermeisterin will die Kosten für Restmüll, Biomüll und Sperrmüll um immerhin durchschnittlich 5,5 Prozent erhöhen. Klingt zunächst happig, ist aber eigentlich echt wenig: Erstens wurde seit 2013 nicht an der Müllgebühr geschraubt. Hinzu kommt: Die neue erhöhte Gebühr soll wiederum für drei Jahre gelten. Macht also nicht mal zwei Prozent pro Jahr.

Dabei landen immer größere Müllmengen in den Müllautos der Stadtreinigung. Die anschließende Verwertung und Entsorgung kostet viel Geld, besonders beim Restmüll.

Die geplante Gebührenordnung ist also eher ein Anreiz zum sauberen Mülltrennen oder sogar Müllvermeiden. Denn: Die Gebühren für Restmüll steigen etwas stärker, während Biomüll-Gebühren konstant bleiben.

Wer also weniger Abfall in die Restmülltonne haut, zahlt auch weniger. Eigentlich ein logischer Anreiz, der hoffentlich auf viel Zustimmung trifft und sich am Ende für jeden auszahlt.

Titelfoto: Norbert Neumann


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