Emotionale Debatte im Stadtrat: Wie weiter mit dem Fernsehturm?

Im Stadtrat wurde zum Fernsehturm hitzig debattiert.
Im Stadtrat wurde zum Fernsehturm hitzig debattiert.  © Norbert Neumann/Christian Suhrbier

Dresden - Emotionale Debatte im Stadtrat zur neuen Fernsehturm-Studie, die die enormen Kosten einer Reaktivierung beleuchtet (TAG24 berichtete).

Die SPD-Fraktion trat ihr Rederecht an Eberhard Mittag (64), Chef des Fernsehturm-Vereins ab - und dann gingen die Wogen hoch.

„Die Risiken in der Studie sollten nicht als Totschlagargument, sondern als Herausforderung gesehen werden“, warb Vereinschef Mittag. Er bat den Stadtrat um ein positives politisches Zeichen für eine mögliche Wiedereröffnung.

CDU-Fraktionschef Jan Donhauser (48) hielt dagegen. „Wir überholen, ohne einzuholen“, warnte der Politiker und verwies auf viele offene und teure Projekte wie den diskutierten Rückkauf des DDV-Stadions, die Erweiterung des Heinz-Steyer-Stadions oder den Bau eines Fernbusbahnhofs.

André Schollbach (38, Linke) sprang Turmfreund Mittag bei: „Wir als Linke bekennen uns ganz klar zum Fernsehturm.“ Er schlug vor, Steuermittel der Dresdner, des Freistaats und des Bundes zur Wiedererrichtung einzusetzen.

Grünen-Chef Thomas Löser (45) räumte zwar ein: „Der Turm ist ein wichtiges Denkmal der Ostmoderne.“ Warnte aber: „Mit kommunalem Geld können wir uns die Wiedereröffnung nicht leisten. Da machen wir keine falschen Versprechen.“ Holger Zastrow (48, FDP/FB) forderte mehr Mut und Visionen: „Der Fernsehturm ist ein Wahrzeichen! Die Machbarkeitsstudie hat ein gewaltiges Potenzial.“ Nach der Sommerpause soll politisch weiter diskutiert werden.

Übrigens: Auch TV-Turm-Poltergeist Uwe Steimle (54) war als Zuschauer da. Offizielles Rederecht hatte er nicht.


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