Gehen der Sportschule bald die Sportler aus?

Stadträtin Heike Ahnert (37, CDU, v.l.) sowie die Elternsprecher Conny Jacob (43) und Candy Grunert (39) sorgen sich um die Zukunft von Dresdens einzigster Grundschule mit Sport-Profil.
Stadträtin Heike Ahnert (37, CDU, v.l.) sowie die Elternsprecher Conny Jacob (43) und Candy Grunert (39) sorgen sich um die Zukunft von Dresdens einzigster Grundschule mit Sport-Profil.  © Amac Garbe

Dresden - Am Donnerstag soll im Stadtrat der Schulnetzplan beschlossen werden. Die Mehrheit aus Linken, Grünen und SPD steht - eigentlich, denn es hagelt Kritik. Die Kaderschmiede von Eislöwen und DSC steht auf der Kippe.

Pro Jahr gibt Dresden 130 Millionen Euro für den Schulbau aus. Wann welche Schule gebaut, saniert oder ausgelagert wird, regelt auf über 1000 Seiten der Schulnetzplan.

Überall kollidieren Wünsche von Verwaltung, Politik und Eltern. Die Ausgangslage für die Altstadt ist eigentlich klar. Durch neue Wohngebiete müssen Hunderte neue Schüler betreut werden.

Die Stadt war auf einen Kompromiss aus. So sollte die 10. Grundschule (Sportgrundschule) an der Struvestraße mit der Erich-Kästner-Schule (Schule für Erziehungshilfe) die Gebäude tauschen. Die Sportgrundschule bekäme mehr Raum, um weitere Schüler aufzunehmen.

Die Förderschule würde auf Platz verzichten, wäre aber richtlinienkonform ausgestattet.

An der Zinzendorfstraße ist momentan die Kästner-Schule untergebracht.
An der Zinzendorfstraße ist momentan die Kästner-Schule untergebracht.

Nachdem die Kästner-Schule sich wehrte, änderte Rot-Rot-Grün die Pläne. Falls der Rat zustimmt, steht jetzt aber die 10. Grundschule als Verlierer da. Die hat sich stark auf junge Sportler ausgerichtet, passt den Unterricht auch mal ans Training an, organisiert Fahrten zum Training. 50 Nachwuchs-Eislöwen, 20 DSC-Turner, Turmspringer und Schwimmer gehen an die Schule. "Stadtweit gibt es kein vergleichbares Konzept", sagt Elternsprecher Conny Jacob (43).

Setzt sich die Ratsmehrheit durch, muss die Sportschule im zu kleinen Haus bleiben. Dann hätten aber Schüler aus der Altstadt Vorrang, die Sportler würden verdrängt. Die Sportgrundschule würde zur regulären Grundschule, über Jahrzehnte gewachsene Strukturen wären zerstört.

"Wir wollen das verhindern, werden einen Änderungsantrag einbringen", so CDU-Schulexpertin Heike Ahnert (37).

Insgesamt 50 Nachwuchs-Eislöwen besuchen die Sport-Grundschule.
Insgesamt 50 Nachwuchs-Eislöwen besuchen die Sport-Grundschule.  © Amac Garbe

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