Vertrag gekündigt! VVO schmeißt Städtebahn Sachsen raus

Dresden – Nachdem die Städtebahn Sachsen ohne Vorwarnung ihren kompletten Betrieb eingestellt hat, reagiert der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO): Als Auftraggeber der Städtebahn schmeißt der VVO diese raus, kündigte den Verkehrsvertrag. Geplant ist nun eine Notvergabe an einen neuen Anbieter.

Am Büro der Städtebahn Sachsen im Dresdner World Trade Center fand sich nur dieser Zettel.
Am Büro der Städtebahn Sachsen im Dresdner World Trade Center fand sich nur dieser Zettel.  © Steffen Füssel

Betroffen sind die Strecken Dresden – Königsbrück, Dresden – Kamenz, Pirna – Neustadt – Sebnitz und Dresden – Heidenau – Altenberg.

Derzeit fahren dort Busse – der VVO hatte den Ersatzverkehr eilig am Donnerstag eingerichtet. Der Verkehrsvertrag zwischen VVO und Städtebahn sehe ein Sonderkündigungsrecht nach 72 Stunden ohne Zugbetrieb vor, teilte VVO-Sprecher Christian Schlemper am Sonntag mit.

Der VVO kündigte an, jetzt schnell Kontakt mit Bahn-Unternehmen aufzunehmen, um per Notvergabe die Züge schnell wieder rollen zu lassen.

Der plötzliche Betriebsstopp hatte zu einer Schlammschlacht zwischen Städtebahn und VVO geführt. Die Städtebahn führt als Grund für das plötzliche Aus an, dass ihr der Leasinggeber wegen eines Streits über die Schäden an den Waggons die gemieteten Züge gekündigt habe.

Grund für die Schäden sei mangelnde Pflege der Trassen durch die Deutsche Bahn. Über die Situation sei der VVO auch informiert gewesen.

Die Städtebahn wirft dem VVO vor, er würde eine nicht existente Insolvenz herbeireden

Ein Wagen der Müglitztalbahn der Städtebahn Sachsen GmbH steht auf dem Bahnhof im Kurort Altenberg.
Ein Wagen der Müglitztalbahn der Städtebahn Sachsen GmbH steht auf dem Bahnhof im Kurort Altenberg.  © Daniel Förster

Die Städtebahn wirft dem VVO zudem vor, dass er eine Insolvenz der Städtebahn herbeirede. Der VVO wies die Vorwürfe zurück.

Aktuell fahren auf der Strecke Dresden – Königsbrück die Busse im Stundentakt zwischen Königsbrück und Dresden – Klotzsche. Dort haben die Fahrgäste Anschluss an die S-Bahn S 2 zum Hauptbahnhof.

Auf der Bahnlinie Kamenz – Dresden rollen die Busse stündlich zwischen der Lessingstadt und Radeberg. Dort besteht Anschluss von und nach Dresden. Als Ersatz für die Züge der Städtebahn halten die Express-Züge des trilex zusätzlich in Langebrück und Dresden-Industriegelände.

Zudem wird montags bis freitags mehrmals täglich ein zusätzlicher Express-Bus eingesetzt, der ab Kamenz mit Halt in Bischheim-Gersdorf, Pulsnitz sowie Pulsnitz-Süd über die Autobahn direkt bis Dresden-Neustadt fährt.

Auf der RB 71 (Sebnitz – Pirna) fahren die Busse im Stundentakt. In Pirna gibt es Anschluss an die S-Bahn S 2 von und nach Dresden. Der Fahrplan für die Müglitztalbahn (RB 72) sieht ebenfalls stündliche Angebote vor.

Hier laufen die Planungen für den Fahrplan ab Dienstag noch, so dass vorerst nur Abfahrtszeiten für Montag verfügbar sind, so der VVO.

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