Stalker vor Gericht: Als die Verlobte Schluss machte, tickte der Küchenhelfer aus

Dresden - "Diese Zeit war für mich der Horror", so eine Erzieherin (55) im Zeugenstand. Monatelang habe ihr Ex-Verlobter Hans-Jürgen N. (59) sie terrorisiert, ihr sogar mit Mord gedroht. Jetzt muss sich der Restaurant-Küchenhelfer wegen Stalking beim zuständigen Amtsrichter in Dresden verantworten.

Hans-Jürgen N. sagte, er habe aus Liebe gehandelt.
Hans-Jürgen N. sagte, er habe aus Liebe gehandelt.  © Holm Helis

Er wirkte genervt, machte nur widerwillig Aussagen. Der nach eigenen Angaben obdachlose Moritzburger stellte der Frau laut Anklage ab Sommer 2016 nach. "Das fing an, als ich unser Verlöbnis löste", sagte die Ex dem Richter.

Er habe ihr unzählige SMS geschrieben, nachts mit der Taschenlampe in ihr Fenster geleuchtet. Er legte ungefragt Blumen vor ihrer Tür ab, behielt den Schlüssel fürs Haus ein.

Das gerichtlich erwirkte Kontaktverbot ignorierte er völlig, schreckte auch nicht davor zurück, sie und ihre Tochter per Nachricht mit dem Tode zu bedrohen. Insgesamt wirft ihm die Anklage 74 Taten vor.

"Ich weiß gar nicht, was ich hier soll!", tönte der Angeklagte. Er bestätigte zwar die Vorwürfe, erklärte aber, er habe aus Liebe gehandelt und niemandem geschadet.

Seine Ex sagte zwar gegen ihn aus, lächelte aber immer wieder zu ihm rüber: "Ich habe ihn doch immer noch im Herzen." Und: "Seit April 2017 gab er Ruhe."

Das stimmt wohl nicht ganz: Im Herbst 2018 schlug Hans-Jürgen N. sie und ihre Tochter. Dafür wurde er erst am Dienstag am Amtsgericht Meißen zu einer Geldstrafe verdonnert. Das aktuelle Urteil folgt.

Titelfoto: Holm Helis

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