So reagieren Politiker auf Tillichs Rückzug

Frauke Petry findet, dass ein "extrem schwacher Ministerpräsident" die Verantwortung weiter schiebt.
Frauke Petry findet, dass ein "extrem schwacher Ministerpräsident" die Verantwortung weiter schiebt.  © DPA

Dresden - Stanislaw Tillich (58, CDU) gab am Mittwochnachmittag bei einer Pressekonferenz in der Dresdner Staatskanzlei seinen Rücktritt bekannt. So äußern sich Politiker der Christlich Demokratischen Union und anderer Parteien zu seiner Entscheidung.

Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry glaubt, dass die Chancen für ihre "Blaue Partei" durch den geplanten Wechsel an der Spitze der sächsischen Landesregierung steigen.

"Ein extrem schwacher Ministerpräsident versucht gerade, einen schwachen Wahlkreisverlierer als Nachfolger zu inthronisieren. Damit tut er der CDU, vor allem aber Sachsen, keinen Gefallen", sagte Petry der dpa. Die "Lücke für eine wahrhaft konservative Kraft" werde durch diesen Schritt größer.

Sachsens Union wurde vom angekündigten Rücktritt ihres Parteichefs und Ministerpräsidenten Tillich völlig überrascht. "Wir waren natürlich alle erstmal geschockt und sprachlos", erklärte CDU-Fraktionschef Frank Kupfer. Tillich habe aber Größe gezeigt und Verantwortung übernommen, für das Ergebnis, was die CDU in Sachsen eingefahren habe.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zollte Tillich Respekt. Aus seiner Sicht wäre der Schritt nicht nötig gewesen. "Es hätte auch einen Weg gegeben mit einer großen Kabinettsumbildung unter seiner Führung, einen neuen Anfang zu machen. Er hat anders entschieden. Diese Entscheidung verdient allergrößten Respekt."

Update 18.30 Uhr: Der sächsische SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig hat den angekündigten Rücktritt von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) als folgerichtig bezeichnet. "Wenn Stanislaw Tillich nach der Bundestagswahl feststellt, dass es ein Weiter-so nicht geben kann, dann ist sein Schritt jetzt konsequent", sagte der Vizeministerpräsident und Wirtschaftsminister am Mittwoch auf einer Reise in den Niederlanden. "Die Art und Weise, wie die CDU in den letzten Jahren hier in Sachsen Politik gemacht hat, hat doch zu einer riesengroßen Vertrauenkrise geführt."

Update, 18:55 Uhr: Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler erwartet nun schwere Zeiten für die CDU, bleibt jedoch optimistisch.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zollt Stanislaw Tillich Respekt.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière zollt Stanislaw Tillich Respekt.  © DPA
Stanislaw Tillich gab am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.
Stanislaw Tillich gab am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.  © DPA

Für die AfD ein Grund zur Freude. Die Grünen sehen in der Entscheidung von Stanislaw Tillich unübersehbare Probleme in den Reihen der CDU.

Manche Personen nehmen die Nachricht vom Rücktritt Tillichs auch mit Humor.


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