Dresdner Tüftler heizen ganze Häuser mit Rechner-Abwärme

Stolz auf seine Server-Heizungen: Cloud&Heat-Chef Nicolas Röhrs.
Stolz auf seine Server-Heizungen: Cloud&Heat-Chef Nicolas Röhrs.  © DPA

Dresden - Großcomputer produzieren Hitze - und müssen für viel Geld gekühlt werden. Dresdner Tüftler haben dieses Problem in einen Vorteil verwandelt. Ihre Server-Schränke beheizen Häuser.

Das soll eine Heizung sein? Nicht-Eingeweihte würden hier wohl einen gewöhnlichen Server-Schrank sehen - einen mannshohen schwarzen Computer-Kasten mit ein paar grünen Lichtern hinter einer Glasscheibe. Doch dieser Kasten kann auch Wasser auf 60 Grad erhitzen und damit ganze Gebäude beheizen.

Der Server steht in der Werkstatt des Dresdner Start-ups Cloud & Heat. Normalerweise müssen Server mit viel Energieaufwand gekühlt werden, damit sie funktionstüchtig bleiben, erklärt Chef Nicolas Röhrs. Die Wärme verpuffe da als Abfallprodukt. Die Dresdner Server-Heizung hingegen nutzt sie.

Dazu wird Wasser durch den Server-Schrank geleitet - durch feine Kanälchen ganz dicht an den heißen Prozessoren entlang. Das Wasser erhitzt sich. Ein Wärmetauscher speist schließlich die Hitze in einen Pufferspeicher ein, der bei Bedarf warmes Wasser bereitstellt.

Wer stellt sich so etwas auf? „Kunden, die ohnehin ein Rechenzentrum brauchen, etwa zum Betrieb einer eigenen Cloud“, erklärt Röhrs. Gerade hat zum Beispiel der Energiekonzern Innogy drei Server-Schränke gekauft, um mit ihnen „einfach und effizient“ Gebäude zu beheizen.

Das Innenleben einer Server-Heizung: Die dünnen Wasserleitungen führen entlang der sich aufheizenden Prozessoren.
Das Innenleben einer Server-Heizung: Die dünnen Wasserleitungen führen entlang der sich aufheizenden Prozessoren.  © DPA

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