Dresden steckt Kreative in eine rollende Kiste!

Dresden - Die Stadt will's wirklich wissen. Im Rennen um den begehrten Titel holt sich das Dresdner Kulturhauptstadtbüro nun Blogger, Journalisten und Kreativschaffende aus aller Welt in die Landeshauptstadt, die ihre Eindrücke in kreativen Projekten sammeln. In den vergangenen Tagen kam Besuch aus der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die drei Herren begaben sich auf die Spuren des Punkrocks in der DDR.

Dresden ist heute schon Touristenmagnet mit großem Kulturangebot. Eine Auszeichnung als Kulturhauptstadt erscheint da fast folgerichtig.
Dresden ist heute schon Touristenmagnet mit großem Kulturangebot. Eine Auszeichnung als Kulturhauptstadt erscheint da fast folgerichtig.  © DPA/Robert Michael

"Neue Heimat on the road" heißt das Projekt für Kreative, dass das Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüro "Dresden 2025" initiiert hat. Die Stipendiaten bekommen ein kleines Reise-Taschengeld und einen komfortablen mobilen Arbeitsplatz.

"Den Teilnehmern wird ein Reisemobil der sächsischen Firma Capron bereitgestellt", sagt Lars Röher vom Kulturhauptstadtbüro. "Damit können sie ihre kreative Freiheit ausleben und selbstständig durch Dresden und Umgebung reisen."

Soziologe Jonas Oskinis (46), Musiker Marius Stavaris (40) und Grafikdesigner Tadas Rickevicius (34) aus Vilnius haben Dresdens DDR-Subkultur unter die Lupe genommen.

Die Sachsenhauptstadt wurde den Litauern eher als provinziell beschrieben. Letztendlich, so Jonas Oskinis, waren sie dann aber doch von der Vielfalt und der Subkultur in der Neustadt überrascht.

"Wir waren unter anderem in der Scheune, aber auch an Orten wie dem heutigen Kinder- und Jugendhaus P.E.P. in Prohlis gab es früher viele Konzerte - viele der Clubs existieren in dieser Form heute gar nicht mehr", sagt Oskinis. Ihre Ergebnisse halten die drei Litauer in Fotos und Interviews fest. Im Oktober wollen die drei Kreativen ihre Ergebnisse in einer Ausstellung in der litauischen Hauptstadt präsentieren. "Wir wollen die Geschichten dahinter zeigen und wie sich auch das kulturelle Leben in der Stadt verändert", sagt Oskinis. "Wir fühlen uns ein bisschen wie Archäologen, die Schicht für Schicht 30 Jahre Stadtgeschichte entdecken."

Bis September werden noch weitere nationale und internationale Gäste die Landeshauptstadt entdecken, unter anderem aus Korea, Argentinien und auch Leipzig.

Ganz neu ist die Idee ja nicht...

Zittau - Auch der kleinste Anwärter auf den Titel der Kulturhauptstadt 2025 hat ein flottes Mobil ins Rennen geschickt: Sandra Scheel und Martinus von Paridon vom Zittauer Kulturhauptstadtbüro sind mit einem aufgemotzten Robur durch die eingemeindeten Ortschaften gefahren, um die Werbetrommel für das Projekt zu rühren. "Der Robur ist ein großes Thema in Zittau", sagt Scheel. Der ehemals größte Arbeitgeber Zittaus wurde mit der Wende geschlossen. Auch für künftige Projekte könnte das nostalgische Mobil wieder zum Einsatz kommen.

Die Litauer Marius Stavaris (40), Jonas Oskinis (46) und Tadas Rickevicius (34, v.l.n.r.) dürfen das Wohnmobil "einfahren". Weitere Teams werden folgen.
Die Litauer Marius Stavaris (40), Jonas Oskinis (46) und Tadas Rickevicius (34, v.l.n.r.) dürfen das Wohnmobil "einfahren". Weitere Teams werden folgen.  © Petra Hornig
Lars Röher (38) ist im Dresdner Kulturhauptstadtbüro für Veranstaltungen zuständig.
Lars Röher (38) ist im Dresdner Kulturhauptstadtbüro für Veranstaltungen zuständig.  © Petra Hornig
Mit diesem Logo wirbt Dresden für sich.
Mit diesem Logo wirbt Dresden für sich.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Petra Hornig

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