Dresden wächst in die Top 10 der größten Städte!

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (47, CDU, kl. Bild) freut sich "über die dynamische Entwicklung".
Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (47, CDU, kl. Bild) freut sich "über die dynamische Entwicklung".

Von Hermann Tydecks

Dresden - Damit hat das Rathaus nicht gerechnet: Dresden wächst und wächst und wächst! Bislang gingen die Rathaus-Rechner davon aus, dass wir von aktuell 537.300 Einwohnern auf 557.000 Dresdner im Jahr 2025 klettern, danach wieder „schrumpfen“ werden.

Doch stattdessen werden wir in nur 16 Jahren sogar fast 50.000 Dresdner mehr sein - und damit in die Top Ten der größten deutschen Städte stürmen.

Dresden boomt: Laut neuer städtischer Bevölkerungsprognose wird die Stadt 2030 auf 585.600 Einwohner kommen - satte 48.300 Dresdner mehr als jetzt!

Die Voraussage basiert vor allem auf drei Annahmen. Zwar stagniert die Geburtenrate seit ein paar Jahren bei 1,5 Kindern. Dafür steigt der Anteil der Frauen (15-44 Jahre) in der Bevölkerung - und damit auch die Zahl der Neugeborenen.

Zweitens: Wir leben immer länger. Die Lebenserwartung für neugeborene Mädchen steigt 2030 auf 87 Jahre, für Jungs immerhin auf 83 Jahre (2010: 82/77 Jahre).

Und Drittens: Immer mehr Menschen aus den alten Bundesländern und dem Ausland ziehen nach Dresden. Das wiegt die sinkende Zahl an Zuzüglern aus den neuen Bundesländern auf.

Und da die Wessis so sehr auf Dresden abfahren und zu uns ziehen, dürften wir von Platz 11 in die Top Ten der größten deutschen Städte aufsteigen - 2030 an Bremen (546.000 Einwohner 2012), Essen (566.000) und Dortmund (572.000) vorbeigezogen sein!

„Ich freue mich über diese dynamische Entwicklung“, sagt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (47, CDU). „Das spricht für Dresdens Attraktivität.“ Doch der Dresden-Boom wird die Stadt auch vor erhebliche Probleme stellen.

Denn vor allem die Anzahl unserer Schulkinder explodiert: Von aktuell 48.600 auf 65.300 im Jahr 2030! In der Stadt werden dann auch 12.000 Senioren (älter als 75 Jahre) mehr leben, insgesamt 70.700.

Das Durchschnittsalter steigt von derzeit 40 auf 43,4 Jahre. Dresden braucht also noch weit mehr Kita- und Schulplätze als bislang geplant - das dürfte im Rathaus durchaus für Kopfschmerzen sorgen ...

Fotos: dpa

Die Bevölkerungs-Prognose für Dresden

Weiter so, Dresden!

Kommentar von Hermann Tydecks

So sehr sich Bürgermeister Sittel über die neue Bevölkerungsentwicklung freut - seinem Amtskollegen, Dresdens Finanzdezernenten Hartmut Vorjohann, dürfte schon der Schweiß auf die Stirn treten.

Mehr Dresdner bedeuten eben auch mehr Ausgaben. Denn vor allem jene Bevölkerungsgruppen wachsen, die - rein fiskalisch betrachtet - Geld kosten, aber wenig bringen: Kinder und Alte.

Das bedeutet: Kitas, Schulen, Sozialeinrichtungen und Pflegedienst müssen sich auf einen neuen Ansturm gefasst machen. Die in den letzten Jahren mit großen Anstrengungen neu eingerichteten Plätze in den Einrichtungen reichen in Kürze schon wieder nicht mehr aus.

Der Finanzbürgermeister muss sich vorkommen wie beim Wettlauf zwischen Hase und Igel. Und Vorjohann ist der Hase. Was immer er gerade finanziert hat, schon rufen die nächsten Neu-Dresdner: Wir sind allhier!

Und trotzdem ist das alles gut so: Die Probleme einer wachsenden Stadt sind Luxus im Vergleich zu den überall sonst schrumpfenden Gemeinden. Dresden ist im Aufschwung. Das bereitet Arbeit - aber auch ein gutes Gefühl. Gerne weiter so!


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