Dresdens Partymüll: So will das Rathaus die Stadt wieder sauber machen

Dresden - Egal ob Weihnachtsmarkt, Stadtfest oder BRN: Wenn in Dresden gefeiert wird, bleiben riesige Müllberge zurück. Damit zumindest der Plastemüll verringert wird, hat der Stadtrat beschlossen, dass Dresdens Märkte und Feste plastikfrei werden sollen.

Auf dem Striezelmarkt sind Teller und Besteck schon kompostierbar.
Auf dem Striezelmarkt sind Teller und Besteck schon kompostierbar.  © Steffen Füssel

Stattdessen sollen bei Markt- und Großveranstaltungen sowie in städtischen Einrichtungen wie dem Zoo und den Bädern nur noch Stoff- und Papierbeutel ausgegeben und Mehrweg- oder kompostierbares Einweggeschirr benutzt werden.

Das steht zwar bereits in der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt, werde nach Angaben von Ratsmitglied Wolfgang Deppe (62, Grüne) von der Verwaltung aber nicht durchgesetzt und kontrolliert.

Das wird auch vonseiten der CDU kritisiert. "Es gibt keinen Regelungsbedarf, sondern ein Vollzugs- und Anwendungsproblem der Verwaltung", sagt Veit Böhm (54). Die größeren Märkte und Feste seien zudem bereits weitgehend plastikfrei.

Ausnahme ist hier die BRN, bei der pro Kopf auch der meiste Müll anfällt. Im Schnitt verursachen die 150.000 Besucher an den zweieinhalb Tagen rund 56 Tonnen Müll (TAG24 berichtete).

Zum Vergleich: Beim Stadtfest mit 500.000 Besuchern sind es 62 Tonnen. Beim Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße mit einer Million Besuchern in vier Wochen nur 18 Tonnen. OB Dirk Hilbert (48, FDP) soll nun ein Konzept vorlegen, wie auch bei der BRN Abfall vermieden werden kann.

"Hofewiese"-Gastwirt Zastrow kämpft gegen die Becherflut

Hofewiesen-Wirt Holger Zastrow (50) will die Becherflut eindämmen.
Hofewiesen-Wirt Holger Zastrow (50) will die Becherflut eindämmen.  © Petra Hornig

Die "Hofewiese" hat sich in den letzten Jahren zum festen Ausflugsziel entwickelt. Müll ist dabei ein großes Problem. So kämpft Stadtrat und Wirt Holger Zastrow (50) gegen die Becherflut.

"Unsere einzige Achillesverse ist, dass wir nicht spülen können, keinen Abwasseranschluss haben", sagt ein zögerlicher Holger Zastrow.

Tatsächlich passen Tausende Plastebecher so gar nicht zum Image der Wald-Wirtschaft. In einem ersten Schritt hat der Gastwirt daher von Plaste-Geschirr und Thermobechern aus Styropor auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt.

Messer und Gabel fühlen sich zwar noch an wie Plaste, sind aber aus Maisstärke und Zuckerrohr und damit kompostierbar.

Die nächsten Schritte sind wesentlich schwerer. Zastrow will auf Mehrweg umsteigen. "Doch dafür reichen neben dem Abwasser-Problem weder Wasseranschluss noch Strom." Daher müssten Becher und Geschirr zum Spülen nach Niedersedlitz gefahren werden.

Das größte Problem neben dem fehlenden Personal: Damit benutzte Becher nicht verkleben und schimmeln, müssten sie von der Rückgabe bis zum Spülen auf etwa fünf Grad gekühlt werden.

Pro Becher werden, ohne Transport, etwa zehn Cent für das Spülen fällig, ein Einweg-Becher kostet die Hälfte. Mehrweg sei für Zastrow dennoch "unser höchstes Anliegen, was wir dringend klären werden".

Solche Becher sind mittlerweile von der Hofewiese verbannt.
Solche Becher sind mittlerweile von der Hofewiese verbannt.  © Steffen Füssel
Der Weihnachtsmarkt an der Hofewiese.
Der Weihnachtsmarkt an der Hofewiese.  © facebook/Karsten Prausse
So soll es künftig nach der BRN nicht mehr aussehen.
So soll es künftig nach der BRN nicht mehr aussehen.  © Neustadtgeflüster
Veit Böhm (54, CDU) fordert vom OB ein Konzept, wie auch bei der BRN Abfall vermieden wird.
Veit Böhm (54, CDU) fordert vom OB ein Konzept, wie auch bei der BRN Abfall vermieden wird.  © Steffen Füssel
Mülleimer voller Einwegverpackungen sollen der Vergangenheit angehören.
Mülleimer voller Einwegverpackungen sollen der Vergangenheit angehören.  © Thomas Türpe
Vor allem auf den Weihnachtsmärkten fällt derzeit ganz besonders viel Müll an.
Vor allem auf den Weihnachtsmärkten fällt derzeit ganz besonders viel Müll an.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Titelfoto: Neustadtgeflüster, Steffen Füssel

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