Streit eskaliert: Mein Nachbar schnitt mir das halbe Ohr ab

Dresden - Eigentlich verbindet Abdurahman I. (29) und Jeen K. (37) eine ganze Menge. Der Libyer und der Pakistani flohen aus ihrerer Heimat, und beide teilen sich seit Monaten mit einem weiteren Leidensgenossen ein Dreibettzimmer in der Flüchtlingsunterkunft an der Tharandter Straße in Dresden. Trotz ihres gemeinsamen Loses kam es zwischen den beiden zu einem blutigen Handgemenge. Am Ende fehlte Jeen das linke Ohr.

 Opfer Jeen K. (37).
Opfer Jeen K. (37).

Seit Dienstag steht Zimmergenosse Abdurahman deshalb vor Gericht. Alles hatte mit dem angeblichen "Besuch" eines Drogendealers mitten in der Nacht bei Abdurahmann begonnen. "Ich habe ihm gedroht, mich beim Aufseher zu beschweren. Dann ging er auf mich los", so der Pakistani Jeen.

Der Angeklagte briet ihm laut Anklage erst mit einer Pfanne eins über. Dann, so Jeen, griff der Kontrahent zum Klappmesser. Plötzlich war die linke Ohrmuschel weg, nur das Läppchen war noch übrig. Im Krankenhaus wurde per Not-OP die klaffende Wunde verschlossen.

Die Version des angeklagten Libyers: "Jeen hat sich beschwert, weil ich um 23 Uhr das Licht anmachte. Da hab ich ihm ins Ohr gebissen."

Laut medizinischem Gutachten war aller Wahrscheinlichkeit ein Messer im Spiel. Das Problem: Die Tatwaffe ist unauffindbar - übrigens genauso, wie das abgeschnittene Ohr. Jetzt sollen weitere Zeugen gehört werden. Urteil folgt.

Machte er den Mike Tyson? Abdurahman I. (29) will seinen Zimmernachbarn "nur" ins Ohr gebissen haben.
Machte er den Mike Tyson? Abdurahman I. (29) will seinen Zimmernachbarn "nur" ins Ohr gebissen haben.

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