Der Stress legt sich: Dresdner Hoteliers schnaufen durch und packen an

Dresden - Die letzten Wochen waren stressig für Dresdens Hoteliers und Gastronomen. Weihnachtsmärkte, Dinnershows, Bustourismus: Nach dem August ist der Dezember der (meist) besucherstärkste Monat. Da passt es manchem Betrieb gut in den Kram, dass man endlich zum Durchschnaufen kommt.

Johannes Lohmeyer (55) leitet den Tourismusverband Dresden.
Johannes Lohmeyer (55) leitet den Tourismusverband Dresden.  © Petra Hornig

Im Januar und Februar sind die Übernachtungszahlen immer die niedrigsten, wie die Dresden Marketing GmbH (DMG) jedes Jahr aufs Neue ermittelt.

218.355 Übernachtungen waren es im Januar 2019, was etwa der Hälfte der Dezember-Auslastung entspricht.

Während ein Restaurant am Neumarkt kommende Woche gleich mal komplett zum Großreinemachen schließt, schicken andere Häuser zumindest einen Teil ihrer Belegschaft in den Urlaub.

Johannes Lohmeyer (55), Vorsitzender des Tourismusverbands Dresden: "Auch zum Abbauen von Überstunden ist der Monat gut geeignet."

Für zwei Dresdner Hotels zeichnet Lohmeyer selbst verantwortlich: das Best Western Macrander (Buchenstraße, 90 Zimmer) und das Courtyard by Marriott (Stauffenbergallee, 120 Zimmer).

Im Bilderberg Bellevue werden Zimmer renoviert

Andrea Grunwald (49) leitet das "Housekeeping" im Bilderberg Bellevue.
Andrea Grunwald (49) leitet das "Housekeeping" im Bilderberg Bellevue.  © Steffen Füssel

"Im Best Western nutzen wir die Jahreszeit, um die Wasserversorgung zu erneuern", sagt Lohmeyer.

Dazu bleibe das Hotel einige Tage komplett geschlossen. Auch das Restaurant werde erneuert. Anschließend würden im Courtyard Tagungsräume aufgehübscht.

Lohmeyer: "Normalerweise mache ich im Januar gern selber Urlaub an der Ostsee." In diesem Jahr aus Termingründen leider nicht.

Im frisch umbenannten "Bilderberg Bellevue Dresden" werden in den Monaten Februar/März die verbliebenen 106 Zimmer renoviert - bei 220 Zimmern ist das schon 2019 passiert.

Geschäftsführer Sebastian Klink: "Damit wäre der Wohnbereich komplett durch."

Im Suitess nahm sich der Hotelchef eine kleine Auszeit

Am Wintergarten des Hotels Suitess warten noch ein paar Arbeiten.
Am Wintergarten des Hotels Suitess warten noch ein paar Arbeiten.  © Eric Münch

Im Suitess an der Frauenkirche kam Hotelchef Roman Gojowy (38) diese Woche von einer kleinen Auszeit zurück ("Ein paar Tage Urlaub in der Sonne nach dem Jahreswechsel und einem ereignisreichen Jahr 2019.")

Um zusätzliche 51 Zimmer war das Suitess im letzten Jahr erweitert worden. Nun soll im ruhigeren Frühjahr der Wintergarten des Hotelrestaurants Moritz fertig werden.

Was den Luxushotels recht ist, ist dem Neustadt-Hostel "Lollis Homestay" (Sebnitzer Straße, 87 Betten) billig.

"Auch wir bringen in diesen Wochen unsere Zimmer wieder auf Vordermann", erklärt Geschäftsführer Martin Grellmann (41), der die stressfreiere Zeit außerdem zur Internet-Recherche nutzt.

Grellmann: "Wir checken Wanderrouten, Öffnungszeiten und Eintrittspreise von Museen auf ihren neuesten Stand."

Schließlich wolle man Gästen nur aktuelle Tipps und Infos geben.

Stadt Dresden wirbt gegen die Flaute an

Damit die Übernachtungszahlen in Januar/Februar wieder steigen, stemmt sich die Dresden Marketing GmbH (DMG) seit Jahren gegen die Tourismus-Delle zu Jahresbeginn.

Zum Beispiel, indem sie Anfragen für Kongresse gezielt auf die schwachen Monate lenkt. Oder indem sie Events wie den Ski-Weltcup an diesem Wochenende, den SemperOpernball Anfang Februar oder die Kampagne "Dresden gibt dem Winter Glanz" bewirbt.

DMG-Chef Dr. Jürgen Amann: "Für den Monat Januar beispielsweise konnten wir seit 2016 die Übernachtungen um durchschnittlich vier Prozent steigern."

Dieses Zimmer im Hotel Bilderberg wird in Kürze modernisiert.
Dieses Zimmer im Hotel Bilderberg wird in Kürze modernisiert.  © Steffen Füssel
Hausmeister Andreas Richter (43) baut in Lollis Homestay neue Betten zusammen.
Hausmeister Andreas Richter (43) baut in Lollis Homestay neue Betten zusammen.  © Steffen Füssel

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