Sturmgewehr kam mit der Post: Dulig fordert besseren Schutz von Politikern

Dresden - Nachdem Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD) den Nachbau eines Sturmgewehrs nach Hause geschickt bekam (TAG24 berichtete), fordert dieser einen besseren Schutz von Politikern durch den Rechtsstaat.

Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD) wird regelmäßig bedroht und beleidigt - wie auch andere Politiker.
Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD) wird regelmäßig bedroht und beleidigt - wie auch andere Politiker.  © imago images/Florian Gaertner

Vor vier Wochen kam das Paket per Post zu Hause bei Duligs in Moritzburg an. Bekannt wurde es erst jetzt.

Geöffnet wurde das Paket von Duligs Frau. "Ich selbst saß gerade im Bundesrat in Berlin." Das anonym durch einen Versandhandel versendete Paket enthielt einen täuschend echt aussehenden Nachbau des Sturmgewehrs G36 von Heckler & Koch.

Der Staatsschutz ermittelt. Dulig: "Man will uns bedrohen und dabei vor allem die Familie treffen. Das ist natürlich der wundeste Punkt. Aber da dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen."

Bedrohungen gegen ihn hätten seit 2015 spürbar zugenommen. Der jetzige Fall sei ein neuer, inakzeptabler Höhepunkt.

Er erwarte, dass der Rechtsstaat Politiker besser schütze. Anzeigen müsse mit Nachdruck nachgegangen werden. "Alle meine Anzeigen wurden eingestellt." Auch die Zivilgesellschaft müsse zusammenrücken. Der Trend zur Häme gegenüber Politikern zerstöre Demokratie.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) hatte das Drohpaket eine "Riesensauerei" genannt.

Bundesaußenminister Heiko Maas (52, SPD): "Martin Dulig kämpft entschlossen für die Demokratie. Wie er und seine Familie bedroht werden, ist einfach abscheulich."

So sah das Paket mit der täuschend echt aussehenden Fake-Waffe aus.
So sah das Paket mit der täuschend echt aussehenden Fake-Waffe aus.  © privat

Titelfoto: imago images/Florian Gaertner, privat

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