Suff-Unfall mit 2,12 Promille: Behörde ließ hirngeschädigten Rentner weiter fahren

Dresden - Im Suff hinterließ Detlef E. (63) eine Schneise der Verwüstung in Kleinzschachwitz (TAG24 berichtete). Zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Montag war deshalb Prozess am Amtsgericht. Dabei kam heraus: Der Unfall hätte auch verhindert werden können, wenn die Behörde beherzter eingeschritten wäre.

Detlef E. (63) gab bei Gericht seine Einwilligung, dass die Behörde seinen Führerschein endgültig vernichtet.
Detlef E. (63) gab bei Gericht seine Einwilligung, dass die Behörde seinen Führerschein endgültig vernichtet.  © Peter Zschage

Mit 2,12 Promille saß Detlef E. an jenem Nachmittag hinterm Steuer des Honda, rammte die Mauer eines Müllplatzes, die daraufhin "in sich zusammenfiel".

Der Bruchpilot fuhr weiter, schrammte am Grasweg über den Fußweg, fällte ein Verkehrsschild, schoss über die Böschung und knallte durch die Mauer einer - zum Glück leeren - Garage. In der gegenüberliegenden Wand blieb der Honda stecken.

Detlef E. blieb unverletzt. Noch vor Ort wurde sein Führerschein beschlagnahmt.

Im Prozess schwieg der Angeklagte, dafür sprach sein Anwalt Patrick Roth (45). Demnach erlitt Detlef E. 2016 einen hypoxischen Hirnschaden, ist seither EU-Rentner und trinkt.

"Seine Frau hat massive Wesensveränderungen festgestellt und schrieb die Führerscheinstelle mehrfach an, ihm die Fahrerlaubnis zu entziehen", so der Jurist.

"Die DEKRA erstellte 2017 ein Gutachten, wo von massiven Beeinträchtigungen die Rede ist", so der Jurist weiter.

Angeklagter hat keine Erinnerung

Weil Detlef E. aber den Fahrtest bestand, sah die Behörde wohl keinen Grund einzugreifen. Detlef E. behielt die Lizenz, trank und fuhr Auto. Bis zum Unfalltag.

"An den Vorfall hat er keine Erinnerungen", so Verteidiger Roth. Aber: "Er will den Führerschein nie wieder haben und stimmt zu, dass die Fahrerlaubnis für ungültig erklärt wird", sagte der Anwalt.

Und so stellte die Richterin, die den Lizenzverzicht protokollierte, das Verfahren ein. Im Gegenzug muss der Crashfahrer 1500 Euro an die Staatskasse und 3000 Euro an die Verkehrswacht zahlen.

Ende einer Crashtour: Im Sommer landete der Honda in einer Garagenmauer.
Ende einer Crashtour: Im Sommer landete der Honda in einer Garagenmauer.  © Roland Halkasch

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