Aus Workshop geworfen: Buchhändlerin klagt gegen Hygiene-Museum

Dresden - Sie gilt als PEGIDA-Sympathisantin, als "Rechtsintellektuelle" - ausgerechnet die umstrittene Buchhändlerin Susanne Dagen (46) wollte einen Workshop zur Vernetzung von Rechtspopulisten besuchen. Doch ihr wurde der Einlass verwehrt. In ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, verklagte sie die Organisatoren, fordert 5000 Euro Schmerzensgeld.

Buchhändlerin Susanne Dagen (46) hält den Rauswurf für rechtswidrig.
Buchhändlerin Susanne Dagen (46) hält den Rauswurf für rechtswidrig.  © Christian Juppe

Im September vergangenen Jahres fand am Deutschen Hygiene-Museum eine Tagung über "Rechte Ideologien und Bewegungen" statt. Auch die Loschwitzer Buchhändlerin nahm daran teil, meldete sich für den Workshop "Echokammern und Filterblasen: Vernetzung über Social Media" an.

Workshop-Leiterin Simone Rafael (45) wies sie allerdings vor den Tagungsräumen ab, mit den Worten: "Ich glaube, in meinem Workshop können Sie gar nicht so viel lernen!"

Vor Gericht gab Frau Rafael Montag an, Frau Dagen als "Akteurin mit Kontakten zur rechten Szene" zu kennen. Einige Workshop-Teilnehmer hätten sie zudem darauf hingewiesen, dass es ihnen unangenehm wäre, würde Susanne Dagen ebenfalls teilnehme. "Also habe ich sie gebeten, von der Teilnahme abzusehen."

Nach Ansicht von Susanne Dagen und ihrem Verteidiger Maximilian Krah (42) war der Rauswurf rechtswidrig. Eine Entscheidung fällt Ende Juni.

Das Deutsche Hygiene-Museum am Lingnerplatz.
Das Deutsche Hygiene-Museum am Lingnerplatz.  © Norbert Neumann

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