Chef von "Lila Soße": So spektakulär war meine China-Reise

Dresden - Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das Szene-Restaurant "Lila Soße" in der Dresdner Neustadt soll in einem riesigen Freizeit- und Erlebnispark in China nachgebaut werden! Nun reiste Chef Boris Kögel (40) nach Fernost, um sich das Projekt vor Ort anzusehen.

Mit dem Projekt "Ocean Flower Island" entsteht auch die größte Shopping Mall Asiens.
Mit dem Projekt "Ocean Flower Island" entsteht auch die größte Shopping Mall Asiens.  © privat

Sein Fazit in Kürze: "Wahnsinn dort, absolut spektakulär! Eine völlig andere Welt."

Von Dresden ging es per Flugzeug über Moskau nach Guangzhou, der drittgrößten Stadt in China. Ein Auftakt mit Hindernissen: "Mein Gepäck ging verloren, kam erst Tage später nach. Ich musste mich erstmal völlig neu einkleiden", berichtet der Wirt. "Aber die Mitarbeiter von Investor 'Evergrande' haben sich rührend um mich gekümmert."

Dann startete eine anstrengende Reisen in Etappen, jede Nacht schlief der Trupp (Projektleiter, zwei Dolmetscher) in einem anderen Hotel. "Die Dimensionen sind dort so riesig, alles ist gigantisch", so Kögel. Sightseeing, Städte zeigen, große Hotels und immer wieder leckeres Essen - es war ein dichtgedrängtes Programm.

Dienstags landeten sie auf der Insel Hainan im Südchinesischen Meer, die größte der Volksrepublik und ein Urlaubsparadies für begüterte Touristen.

Boris Kögel (40), Chef der "Lila Soße", vor der Animation von "Ocean Flower Island".
Boris Kögel (40), Chef der "Lila Soße", vor der Animation von "Ocean Flower Island".  © privat

Dort soll bis zum kommenden Jahr das Projekt "Ocean Flower Island" mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Milliarden Dollar fertiggestellt werden. Kögel: "Dieses und andere Projekte werden in einem riesigen Zelt präsentiert, wie in dem Film 'Die Truman Show'. Auf dem Gelände entstehen Wohnungen für 220.000 Menschen, wurde mir berichtet.

Dazu bauen sie die größte Shopping Mall Asiens. Es gibt einen 'Hochzeitsplatz' mit elf (!) Kirchen. Jeden Tag sollen 70.000 bis 75.000 Gäste dort unterwegs sein. Es werden jetzt schon Bäume und Blumen gepflanzt, für mich ein sehr gutes Zeichen für den Baufortschritt. "

Außerdem u.a. dort geplant: Das größte Konferenzzentrum der Welt, ein Opernhaus und 28 Museen, außerdem ein 127.000 qm großes Meereswelt mit Wasserpark.

In dieser "Deutschen Straße" ist ein Gebäude für die "Lila Soße" reserviert (kl. F.).
In dieser "Deutschen Straße" ist ein Gebäude für die "Lila Soße" reserviert (kl. F.).  © privat

Und es gibt eine "Deutsche Straße, in der die "Lila Soße" reingebaut werden soll - neben Paulaner und einem Schnitzelhaus.

Was wird nun daraus, Herr Kögel?

Er holt tief Luft: "Ich habe einen Vertrag in die Hand gedrückt bekommen. Den muss ich jetzt erstmal mit meinen Beratern durcharbeiten und prüfen. Es gibt viele Hürden, so einfach kann man meinen lauschigen Laden leider nicht nach Fernost verpflanzen. Ich selbst werde auf jeden Fall nicht gehen, habe ja Frau und zwei kleine Kinder hier. Vielleicht geht was in Lizenz, mal schauen."

Mit der Aussprache dürfte es für die Chinesen jedenfalls keine Probleme geben, es gibt ja kein 'R' im Namen...

Im Laufe der Reise lüftete sich auch das Geheimnis, warum die Chinesen ausgerechnet auf ihn und seine "Lila Soße" kamen: "Sie suchten junge deutsche Küche, hatten etwa ein Dutzend Bewerber und haben alle Restaurants durchprobiert. Sie waren also als heimliche Testesser bei mir und mein Team samt Location haben überzeugt..."

Wie "Alice im Wunderland": Die Chinesen planen eine Reihe weiterer, sehr spektakulärer Projekte.
Wie "Alice im Wunderland": Die Chinesen planen eine Reihe weiterer, sehr spektakulärer Projekte.  © privat
Zwei von elf Kirchen, die zum "Hochzeitsplatz" gehören.
Zwei von elf Kirchen, die zum "Hochzeitsplatz" gehören.  © privat

Titelfoto: privat

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