TAG24 an Bord der "Theodorus": Diese Männer baggern die Elbe an

Dresden - Autofahrer auf dem Käthe-Kollwitz-Ufer haben das seltsame Schiff vermutlich schon oft gesehen. Seit über vier Wochen pendelt das niederländische Baggerschiff "Theodorus" schon zwischen Augustusbrücke und Blauem Wunder. Ihr Auftrag: Die Deckschicht über einer alten Abwasserleitung erneuern, die die Elbe oberhalb des Blauen Wunder quert. TAG24 war an Bord.

Das Baggerschiff Theodorus.
Das Baggerschiff Theodorus.  © Steffen Füssel

Der 400-PS-Motor, der die 40 Meter lange "Theodorus" (Baujahr 1960) antreibt, lässt das Schiff vibrieren. An Bord haben drei Männer das Sagen: Kapitän Kees De Snoo (46), sein deutscher Lotse Horst Duggen (78) und Maschinist Kees Veenbrink (63).

Er ist der Mann an der Baggerschaufel. Mit ihr holt er zunächst zwischen Augustus- und Carolabrücke Schlamm und Kies vom Elbegrund, füllt das Gut in die Stauräume und dann tuckert der Kahn hoch zur Leitung, um dort die Fracht wieder in die Elbe zu schütten.

Doch bevor Baggerführer Kees Veenbrink seine Schaufel in den Grund versenkt, betastet er damit zunächst vorsichtig die Elbsohle. "Dann können die Libellenlarven noch entkommen", erklärt Kapitän Kees De Snoo. Er und Lotse Duggen nennen ihren Kollegen deshalb "den Grabbler."

Maschinist Kees Veenbrink (63).
Maschinist Kees Veenbrink (63).  © Steffen Füssel

Ähnlich tastet Veenbrink auch am Zielort den Grund ab, bevor er an anderer Stelle den Schlamm wieder ablegt - Ökologie geht eben vor.

Auf den Bildschirmen können Kapitän und Lotse jeden Schritt verfolgen, außerdem die Verkehrslage auf dem Fluss beobachten und sich mit "Cosel" und Co. per Funk absprechen, wenn diese vorbeifahren wollen. Mehr Probleme macht den drei Männern derzeit das Niedrigwasser.

Theoretisch könnten sie pro Fuhre 300 Tonnen transportieren. Die Ebbe in der Elbe lässt derzeit aber nur bis zu 30 Tonnen zu. "Drei bis vier Ladungen schaffen wir pro Tag", so Lotse Duggen. Noch etwa zwei Wochen werden die Arbeiten dauern.

Die drei aus der "Schiffs-WG" nehmen es gelassen. "Wir sind gern hier." Kein Wunder bei einem Schiff, das "Theodorus" heißt. Der Name ist griechisch und bedeutet "Gottesgeschenk".

Kapitän Kees De Snoo (46, r.) und Lotse Horst Duggen (78) überwachen die Baggerarbeiten von der Brücke des Schiffes Theodorus aus.
Kapitän Kees De Snoo (46, r.) und Lotse Horst Duggen (78) überwachen die Baggerarbeiten von der Brücke des Schiffes Theodorus aus.  © Steffen Füssel
Auf einer über 150 Meter langen Fläche wird die Abwasserleitung mit Kies und Schlamm zugedeckt.
Auf einer über 150 Meter langen Fläche wird die Abwasserleitung mit Kies und Schlamm zugedeckt.  © Steffen Füssel

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