Tausende Dresdner gedenken der Bombennacht

Dresden - Mit Mahnwachen, Friedensgebeten und Menschenkette gedachten Tausende Menschen Mittwoch der Zerstörung Dresdens, den Opfern der Bombenangriffe, des Krieges und des Nationalsozialismus.

Am Neumarkt vor der Frauenkirche zündeten die Menschen Kerzen an.
Am Neumarkt vor der Frauenkirche zündeten die Menschen Kerzen an.  © Steffen Füssel

Am Morgen gedachten Politiker mit Gästen auf Friedhöfen den Kriegstoten. Am Altmarkt entfernte das Ordnungsamt ein nicht genehmigtes Kreuz-Mahnmal, das eine rechte Gruppierung aufgestellt hatte. Es könne das zu erwartende Demo-Geschehen stören, so ein Stadtsprecher.

Dazu abgelegte Blumen wurden nicht angerührt. In der Frauenkirche beteten Menschen für Frieden und Versöhnung. Ein Vertreter der Nagelkreuzgemeinschaft aus der Partnerstadt Coventry las das Versöhnungsgebet der Kathedrale von Coventry vor. Diese war 1940 von deutschen Bomben zerstört worden.

Auch OB Dirk Hilbert (47, FDP) erinnerte vorm Rathaus (auch in englisch und polnisch) an die Opfer der deutschen Luftangriffe auf Coventry, an die Opfer der NS-Diktatur und deportierten Juden in Breslau.

Und an die Opfer der Bombardierung Dresdens: "Tausende verloren im Feuersturm ihr Leben. Unsere Stadt lag in Trümmern", so Hilbert. Dann lud er alle zur Teilnahme an der Menschenkette ein, die auch ein Symbol sei für "Erinnerung und Versöhnung".

Auch Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (89) reihte sich ein. Um 18 Uhr schloss sich die Kette zum Geläut der Kirchen. Laut Polizei blieb es bis zum Abend ruhig und friedlich.

Blick ins Lagezentrum Von hier aus hat die Polizei alles im Griff

Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (59) besuchte Rene Demmler, Leiter des Führungsstabs, und sein Team in der Einsatzzentrale.
Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (59) besuchte Rene Demmler, Leiter des Führungsstabs, und sein Team in der Einsatzzentrale.  © Ove Landgraf

Seit Mittwochmorgen ist die Einsatzzentrale im Canaletto-Saal der Polizeidirektion Dresden zu den Ereignissen rund um den 13. Februar besetzt. Große Bildschirme zeigen Plätze und Straßen der Stadt. Es herrschte konzentrierte Geschäftigkeit, als die rund 35 Einsatzkräfte am Abend Besuch bekamen.

Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (59) ließ es sich nicht nehmen, sein "Wohnzimmer" - wie er es nannte - aufzusuchen: "Es war mir eine Herzenssache, da zu sein."

Rene Demmler (47), Leiter des Führungsstabs, über die ersten Stunden des Einsatzes: "Bis jetzt läuft alles ruhig." Dass die "Grundrechte für beide Seiten der Kundgebungen gewährleistet werden" ist das Ziel, wie er sagt.

Neben Beamten, die die Informationen zur Lage sammeln und verarbeiten, sind die Ansprechpartner für die Einsatzabschnitte sowie auch Kräfte von Feuerwehr, Bundespolizei und Zoll mit im Team.

Rund 11.500 Teilnehmer gedachten Hand in Hand: Um 18 Uhr schloss sich die Menschenkette.
Rund 11.500 Teilnehmer gedachten Hand in Hand: Um 18 Uhr schloss sich die Menschenkette.  © dpa/Sebastian Willnow
OB Dirk Hilbert (47, FDP) sprach vorm Rathaus, neben ihm übersetze eine Gebärdendolmetscherin.
OB Dirk Hilbert (47, FDP) sprach vorm Rathaus, neben ihm übersetze eine Gebärdendolmetscherin.  © Eric Münch
Kurt Biedenkopf (89): "Die Menschenkette ist eine geniale Idee. Das Wichtigste an diesem Ereignis ist, dass man sich die Hände gibt. Und dass man durch diesen Händedruck, egal mit wem, zum Ausdruck bringt, dass das Leben auf Frieden aufbaut."
Kurt Biedenkopf (89): "Die Menschenkette ist eine geniale Idee. Das Wichtigste an diesem Ereignis ist, dass man sich die Hände gibt. Und dass man durch diesen Händedruck, egal mit wem, zum Ausdruck bringt, dass das Leben auf Frieden aufbaut."  © Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0